//Flüchtlingszahlen: Weltweites Rekordhoch erreicht

Flüchtlingszahlen: Weltweites Rekordhoch erreicht

Weltweit waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht. Im Vorjahr flohen rund 65,5 Millionen Menschen. Laut aktuellen Zahlen, die das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen veröffentlichte, verließen 22,5 Millionen ihr Heimatland. Fast doppelt so viele Betroffene fanden in einem anderen Teil ihres Landes vorläufige Zuflucht. Krieg, Verfolgung und Hunger bleiben die Hauptursachen für Flucht. Unterdessen warnen hiesige Menschenrechtsgruppen vor wachsender Fremdenfeindlichkeit.

Fluchtbewegungen im Kurzüberblick

Jeder 113. Erdenbewohner ist, nach Analysen des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR), von Flucht betroffen. Vier von fünf Flüchtlingen stranden in Nachbarländern, in denen oft große Armut, viel Gewalt und politische Willkür zum Alltag gehören. Filippo Grandi, derzeit Hoher Flüchtlingskommissar beim UNHCR, ist sich sicher, dass die Krise vor allem Entwicklungs­länder betrifft. Den Großteil der Betroffenen nehmen Nationen wie Äthiopien oder Pakistan auf. Deutschland befindet sich, so betont Grandi, mit 670.000 aufgenommenen Flüchtlingen erst an achter Stelle der Aufnahmeländer. Oft seien es Menschen aus armen Gebieten, die am meisten „Solidarität mit den Opfern von Kriegen und Verfolgung zeigen“, weiß Caritas-Präsident Peter Neher. Seine Wohlfahrtsorganisation fordert daher eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen.

Institut für Menschenrechte fordert mehr Schutz vor Rassismus

Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) befürchtet aktuell, dass „öffentliche Diskurse zunehmend von rassistischen Einstellungen geprägt“ sind, während zuvor hunderttausende Bürger eine kollektive Kraftanstrengung zur Integration unternahmen. Amnesty International beklagte bereits in den vergangenen Jahren, dass deutsche Behörden nicht ausreichend vor rassistischen Angriffen schützen. Die Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte erhöhte sich kontinuierlich zur Flüchtlingswelle im Jahr 2015 – das Institut für Menschenrechte kritisiert diese Entwicklung ebenfalls. Bundesweit fanden über 1.000 Angriffe statt, während im vergangenen Jahr der Wert leicht rückläufig war. Die Menschenrechtler beklagen zudem Maßnahmen wie die Verlängerung der Residenzpflicht, die Einschränkung des Familiennachwuchses sowie Kürzungen bei den Regelleistungen.

Hunger und Mangelernährung als Fluchtursachen

Studien des Welternährungsprogramms (WFP) sehen einen Hauptgrund für die weltweite Flucht in der grassierenden Mangelernährung. Der Entwicklungsminister Gerhard Müller (CSU) betont, dass Hunger „eine der Hauptursachen für Flucht“ sei. Alleine in Afrika flohen zwischen 18 und 20 Millionen Betroffene, weil viele Böden kaum noch zu bewirtschaften sind. Weltweit leiden fast 800 Millionen Menschen, obwohl die produzierte Nahrung ausreichen würde, um alle Personen zu ernähren. Daher engagieren sich Organisationen, wie zum Beispiel das FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk (FIAN), für eine Änderung der katastrophalen Ernährungslage. Die 1986 gegründete Menschenrechtsgruppe, die mit Sektionen in 60 Ländern aktiv ist, unterstützt Betroffene. Derzeit ist FIAN unter anderem in Brasilien, Nepal und Uganda tätig.

Mehr Unterstützung für Flüchtlinge

Berichte des Netzwerkes verdeutlichen, dass Hunger und Mangelernährung weiterhin Fluchtgründe sind. Eine veränderte Ernährungspolitik, die die Staaten gemeinsam realisieren sollen, würde eine Ursache der Flucht dauerhaft bekämpfen, betont die Gruppierung. Für die Bundesrepublik fordern Akteure derweil weitere Anstrengungen durch Behörden, Bürger und Betroffene. Bessere Integrationsangebote, raschere Asylverfahren und verbindlichere Standards in Erstaufnahmeeinrichtungen gehören zu den wichtigsten Forderungen des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Die unabhängige Institution, die die Menschenrechtslage in der Bundesrepublik analysiert, setzt sich zudem für einen verbesserten Schutz von heranwachsenden Asylsuchenden ein.

Redaktion

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2017-09-20T22:28:29+00:00 5. Juli 2017|Allgemein|