//Flüchtlinge selbst Verantwortung übernehmen lassen

Flüchtlinge selbst Verantwortung übernehmen lassen

Ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingshilfe berichten immer wieder davon, dass Flüchtlinge nachfragen, wie sie selbst aktiv werden und Verantwortung übernehmen können. Das aufgezwungene Nichtstun, Langeweile sowie Unsicherheiten unterschiedlichster Natur zehren an den Nerven und werden als belastend empfunden. 

Perspektiven durch selbstbestimmtes Leben schaffen

Im Kontakt mit Geflüchteten hat Birte Vogel das auch so erlebt. Sie ist Journalistin und Gründerin des Informationsportals www.wie-kann-ich-helfen.info. Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge aus Kriegsregionen wünscht sich ein selbstbestimmtes und „normales“ Leben. Aus diesem Grund hat sie jede Menge Ideen zusammengetragen, wie eine Beteiligung funktionieren kann. Die meisten davon lassen sich mit nur geringem Aufwand in die Tat umsetzen. So können Ehrenamtsträger beispielsweise eine deutliche Entlastung erfahren, während Flüchtlinge auf diese Weise eine sinnvolle Aufgabe erhalten und gleichzeitig Verantwortung für die gesamte Gesellschaft übernehmen.

Verantwortung abgeben lernen

Ehrenamtsträger müssen in diesem Zusammenhang lernen, Verantwortung vertrauensvoll abzugeben und sich der neuen Situation anpassen. Flüchtlinge erfahren ihrerseits ein hohes Maß an Selbstorganisation und Selbständigkeit. Darüber hinaus gewinnen sie schneller ein Gefühl für Demokratie und können innerhalb kurzer Zeit ihre Deutschkenntnisse erheblich verbessern. Durch den direkten Kontakt mit der deutschen Gesellschaft erhalten die Geflüchteten einen intensiven Einblick in die deutsche Kultur mit ihren Traditionen, so die Einschätzung. Viele Jüngere unter ihnen, die eine Bleibeperspektive haben, möchten eine Ausbildung beginnen, um sich eine Grundlage für ihr neues Leben in Deutschland zu schaffen. Wenn Flüchtlinge die Voraussetzungen für ein Studium in der BRD erfüllen, d.h. auch ihre Deutschkenntnisse ausreichend sind, können sie ihre akademische Ausbildung bestreiten. Grundsätzlich ist festzustellen, dass viele Flüchtlinge sich darüber im Klaren sind, dass sie in ihrer gegenwärtigen, unfreiwilligen Situation zunächst sehr viel nehmen und nicht wirklich etwas zurückgeben können.

Portal stellt Initiativen aus ganz Deutschland vor

Das zuvor thematisierte, umfangreiche Informationsportal zur Flüchtlingshilfe in Deutschland, das bereits im Jahr 2014 ins Leben gerufen wurde, stellt außerdem eine Vielzahl unterschiedlichster Hilfsprojekte aus dem gesamten Bundesgebiet vor. Dabei bedient sich wie-kann-ich-helfen.info an Meldungen aus der Bevölkerung sowie eigens recherchierter Themen, zum Beispiel Optionen zum Erlernen der deutschen Sprache. Sobald genügend Informationen vorliegen, wird das jeweilige Vorhaben auf der Seite bekannt gemacht und veröffentlicht. Nach eigener Aussage basiert der Hintergrund der Plattform darauf, einzutreten für „die Ideale der Gerechtigkeit und der Toleranz jeden Tag” (Navid Kermani, Preisträger 2015 des deutschen Buchhandels), offen für das Neue und Andere zu sein. Unterstützung erfährt die Initiative auch von prominenter Seite: Daniela Schadt, selbst Journalistin und Lebensgefährtin des Altbundespräsidenten Joachim Gauck, sowie der ehemalige Fußballprofi Hans Sarpei werben mit ihrem Namen und Gesicht für Spenden, damit das ehrenamtlich betriebene Portal weiter aufrecht erhalten werden kann.

Redaktion

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2017-09-20T22:28:26+00:00 24. März 2017|Allgemein|