//Flüchtlinge in Europa

Flüchtlinge in Europa

Wie viele andere Staaten in Europa und Übersee, ist auch unser Nachbar Österreich nicht erst seit der großen Flüchtlingswelle mit Geflüchteten konfrontiert worden. Das Land kennt sich mit dem Zustrom von Menschen aus anderen Ländern bereits seit Langem aus. Unter Anderem wurde dies vom Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung (INZ) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), dem Zentrum für Migrationsforschung (ZMF) sowie dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) untersucht und im Rahmen des Sympo­siums „Flüchtlingskrisen. Nichts Neues in Österreich“ (PDF) der Öffentlichkeit präsentiert und zugänglich gemacht.

Ein Blick in die Geschichte kann helfen

Aus der Geschichte ergeben sich zwar keine direkten Lösungen für die heutige Zeit, aber auch kein Grund zur Besorgnis. Schon immer wurde versucht, den Zustrom an Menschen zu kanalisieren und zu kontrollieren und auch den Zuzug von Menschen zu begrenzen. Hin und wieder haben dabei auch die Grenzen versagt. Teilweise wurden Flüchtlinge sehr willkommen geheißen, manchmal schlug den Geflohenen eher Ablehnung entgegen. Politik und Bevölkerung sind mit der Situation unterschiedlich umgegangen, Überforderung ist dabei ein wiederkehrendes Phänomen.

Viele Einwanderer durch Kriege in Europa

Schon im 17. und 18. Jahrhundert zog es Menschen in die ehemalige habsburgische Monarchie, während der französischen Revolution und in deren Folge waren es über 150.000 Flüchtlinge. Viele davon waren aus dem Adel oder dem Bildungsbürgertum und damit gern gesehen im ehemaligen Kaiserreich. Die Wissenschaftler legten dar, dass bereits während der beiden Weltkriege etwa eine Million Menschen nach Österreich flüchteten, also viel mehr Menschen, als es in den letzten Jahren der Fall war. Nach den großen Kriegen blieben viele Menschen in Österreich, auch solche, die ursprünglich zwangsweise nach Österreich gebracht wurden. In ihre Heimat zurückzukehren war damals für mehrere tausend Menschen keine Option, nachdem sie wieder frei waren. Sie befürchteten zum Teil weitere politische Probleme ­in ihrem Herkunftsland – aber auch, dass das zu Hause, was es einmal war, sich sehr verändert hat. Zu dieser Gruppe gehörten auch etwa 300 000 Geflüchtete, die deutschen Ursprungs waren.

Mit Flüchtlingskrisen kennt Österreich sich aus

Die große Flucht- und Migrationsbewegung aus dem Jahr 2015 nach Europa und Österreich ist mittlerweile wesentlich kleiner geworden. Vom 17. Jahrhundert beginnend bis in die Gegenwart hatte Österreich mit Zuwanderern zu tun und hat sich als Land nicht verloren, trotz vieler neuer Bewohner mit Migrationshintergrund. Deutschland und andere Länder können durchaus von den Erfahrungen Österreichs profitieren. Das Land kann helfen, Wege aufzuzeigen, wie mit Flüchtlingen im eigenen Land gut umgegangen wird und wie eine erfolgreiche Integration vor Ort gelingen kann.

Redaktion

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2017-09-20T22:28:27+00:00 30. Juni 2017|Allgemein|