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Erste Generation der elektronischen Gesundheitskarte seit Oktober ungültig

Das prophezeite AUS für die von der gematik eingeführte elektronische Gesundheitskarte der ersten Generation (G1) hat sich bewahrheitet. Seit dem 1. Oktober 2017 können Karten dieser Generation nicht mehr eingelesen werden. Der Grund: Die G1 ist technisch nicht in der Lage, die Online-Überprüfung der Versichertenstammdaten zu protokollieren, was vom Gesetzgeber zukünftig vorgeschrieben ist.

Ist meine Gesundheitskarte noch gültig

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG, Stand 06.10.2017) sind die Kassen ihrer Pflicht nachgekommen und haben bereits im September für die Verbraucher eine gültige elektronische Gesundheitskarte (eGK) ausgeliefert. Auch die entsprechenden Lesegeräte haben Ärzte erhalten. Laut GKV Spitzenverband ist die Gültigkeit der Gesundheitskarte klar definiert, man muss dabei drei Generationsstufen der eGK unterscheiden:

G1: Karten der ersten Generation (seit 1. Oktober 2017 ungültig)

G1+: Karten der ersten Generation mit entsprechender Erweiterung (gültig)

G2: Karten der zweiten Generation und somit die aktuellste Fassung (gültig)

Unter dem Schriftzug “Gesundheitskarte” befindet sich die Kennzeichnung G1 oder G2 auf der Karte. Die G2-Karten, also Karten der zweiten Generation, sind nach wie vor gültig und können beim Arzt problemlos genutzt werden. Auch Karten der “ersten Generation plus” (G1+) bleiben weiterhin gültig. Sie unterscheiden sich optisch jedoch nicht von den Karten der ersten Generation, da auf beiden Versionen G1 vermerkt ist – die Karten müssen folglich erst eingelesen werden und dürfen nicht aufgrund des Aufdruckes abgelehnt werden.

Wird die Karte vom Lesegerät nicht akzeptiert, kann dies folgende zwei Gründe haben: Erstens – es handelt sich um eine Karte der ersten Generation. Zweitens – es ist eine G1+ Karte, doch das Praxisverwaltungssystem hat die Versionsprüfung in der Software noch nicht implementiert. In jedem Fall sollte geprüft werden, ob die Krankenkasse bereits eine aktuellere Karte zur Verfügung gestellt hat und diese auch tatsächlich mitgeführt wird.

Behandlung trotz alter Karte möglich?

Laut GKV Spitzenverband dürfen dem Versicherten die technischen Probleme nicht zur Last gelegt werden. Die gesetzliche Krankenversicherung, auch kurz GKV genannt, sorgt für Versicherungsschutz jedes Versicherten. Wird die G1+ Karte fälschlicherweise nicht akzeptiert, greift das papiergebundene Ersatzverfahren, bei welchem die Stamm­daten des Patienten (Name, Geburtsdatum, Krankenkasse, PLZ etc.) händisch notiert werden. Innerhalb des Quartals sollte eine gültige Karte nachgereicht werden, um den Versicherungsschutz nachweisen zu können. Ist noch eine alte Karte in Verwendung, sollte sich am besten an die Krankenkasse gewandt und auf die Dringlichkeit einer aktuellen Version der eGK verwiesen werden.

Nur noch wenige G1-Karten im Umlauf

Es sind nur noch wenige G1-Karten im Umlauf. Die meisten Versicherten sollten also zwischenzeitlich bereits eine G1+ oder eine G2-Karte erhalten haben. Tatsächlich wird zum jetzigen Stand nicht von bundesweiten Problemen beim Einlesen der Karten in Praxen ausgegangen. Da die “alten” Karten laut dem Datum auf der Rück­seite jedoch noch gültig zu sein scheinen, es aber nicht sind, sollte zwangsläufig geprüft werden, ob bereits von der Krankenkasse eine aktuelle Karte zugeschickt und die damit ungültig gewordene Karte wirklich vernichtet wurde.

2017-10-17T15:22:08+00:00 6. Oktober 2017|Gesetzlich, Versicherung|