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Erkrankung bedroht Kinderzähne – Zahnprobleme bei Kindern durch porösen Zahnschmelz

Eigentlich ist Zahnschmelz die härteste Substanz (Video) im menschlichen Körper. Es gibt jedoch eine entwicklungsbedingte Erkrankung des Zahnschmelzes, die Molaren-Inzisiven-Hypo­mineralisation (MIH) genannt wird und deren Ursache unbekannt ist. Dabei handelt es sich um das Auftreten eines porösen, weichen oder bröckeligen Zahnschmelzes, der die Zähne nicht schützen kann, wodurch diese sehr empfindlich sind und schlussendlich zerstört werden. Meist sind dabei nur ein oder zwei Zähne betroffen, wobei es sich häufig um Backenzähne handelt.

Zahnentwicklung bei Kindern schon in der Schwangerschaft

Die Entwicklung der Zähne beginnt im achten Schwangerschaftsmonat und dauert bis zum dritten oder vierten Lebensjahr. Wahrscheinlich wird diese Entwicklung von verschiedenen Faktoren negativ beeinflusst, über die jedoch noch keine Klarheit herrscht. Es könnte sein, dass frühkindliche Ursachen die spätere MIH verursachen, die Auswirkung ist jedoch erst mit dem Durchbruch der Backenzähne um den sechsten Geburtstag herum sichtbar. Dadurch sind Zusammenhänge schwer zu ermitteln.

Mögliche Ursachen könnten sein: Infektionen, chronische Atemwegserkrankungen, Vitamin-D-Hypovitaminose, Komplikationen in Schwangerschaft oder Geburt, Antibiotika, Umweltgifte, Dioxin in der Muttermilch oder Bisphenol A. Studien konnten jedoch bisher keinen der Zusammenhänge zweifelsfrei nachweisen. Auffällig ist auch, dass meist nur ein oder zwei Zähne befallen sind und die Schweregrade variieren können.

Unerforschte Zahnkrankheit mit möglichen Nebenwirkungen

Im Gegensatz zur Karies wird die Molaren-Inzisiven-Hypo­mineralisation nicht durch die Ernährung beeinflusst, warum sich Eltern auch keine Vorwürfe machen müssen. Heute leiden in Deutschland rund 10 % aller Kinder an dieser seltenen und noch unerforschten Krankheit, die unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt. Die betroffenen Zähne sind sehr schmerzempfindlich und tun teilweise schon beim Putzen weh. Sie können einfach zerbrechen oder zerbröseln. Auch die Behandlung beim Zahnarzt wird zum Problem, da Lokal­anästhetika bei diesen Zähnen nur eingeschränkt wirken, was mit entzündeten Zahnwurzeln zusammenhängen kann.

Dabei bräuchten gerade sie eine besondere Pflege, denn sie sind neben der Empfindlichkeit auch besonders anfällig für Karies. Häufig bleibt nur das Überkronen als Ausweg. Da nicht unerhebliche Ausgaben damit verbunden sein können, sollten Eltern betroffener Kinder sich rechtzeitig darüber informieren, welche Kosten eine Zahnzusatzversicherung eventuell übernimmt.

Vorsorge beginnt bei den ersten Zähnchen

Es kann gut möglich sein, dass es diese Krankheit nicht erst seit 20 Jahren gibt, aber dass sie früher übersehen bzw. mit Karies verwechselt worden ist. Eltern wird geraten, schon beim Durchbruch der ersten Zähnchen den Zahnarzt aufzusuchen und regelmäßige Vorsorgetermine in Anspruch zu nehmen. Dadurch sinkt nicht nur die Angst vor der Behandlung (mehr dazu in der PDF), der Arzt kann auch durch das Auftragen von hoch konzentriertem Fluoridlack alle drei bis sechs Monate frühzeitigen Kariesbefall verhindern.

2017-10-13T09:28:51+00:00 14. Juni 2017|Gesundheit, Versicherung, Vorsorge|