/, Gesetzlich, Gesundheit, International, Politik/Equal Pay Day am 18. März – Wie gleichgestellt deutsche Frauen und Männer sind

Equal Pay Day am 18. März – Wie gleichgestellt deutsche Frauen und Männer sind

Die fetten Jahre sind vorbei, könnte man meinen. Während es im Deutschland der Nachkriegszeit als Zeichen von Wohlstand galt, gut und reichhaltig zu speisen, essen heute viele Menschen bewusster. Damals war die Frau als Heimchen am Herd für das abendliche Drei-Gänge-Menü zuständig und der Mann brachte das Geld nach Hause. Aber was hat sich seitdem verändert und wie ist es in Deutschland um die Gleichberechtigung von Frau und Mann bestellt?

Starkes Übergewicht betrifft beide Geschlechter

Der Wohlstandsbauch aus den 50er und 60er Jahren scheint heute verbreiteter als damals: Immer mehr Menschen leiden an sogenannter Adipositas, krankhaftem Übergewicht (PDF). Männer sind zu fast zwei Drittel übergewichtig, bei Frauen trifft dies knapp auf die Hälfte der Bevölkerung zu. Adipös sind heute beide Geschlechter, mit etwa einem Viertel der Bevölkerung sind jeweils beide Gruppen gleichermaßen betroffen. Erschreckend ist auch die Zunahme von Fettleibigkeit unter Kindern. Dieser allgemeine Trend hat nicht nur die deutsche Bevölkerung erreicht, es handelt sich um ein globales Phänomen. Als Ursachen gelten gemeinhin der soziale Status, mangelnde Bewegung, die Nahrung sowie auch die zum Teil schlechte Lebensmittelkennzeichnung . Unter anderem gelten billige Zuckerstoffe wie Isoglukose als gesundheitlich riskant.

Privat kaum Angleichung von Männern und Frauen

In der Gewichtszunahme gleichen sich deutsche Männer und Frauen offenbar immer stärker an. Aber trifft das auch auf Aufgaben und die Versorgung im häuslichen Umfeld zu? Der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung 2017 sagt das Gegenteil aus: Die statistischen Daten zeigen beim sogenannten Gender Care Gap einen deutlichen Unterschied von Männern und Frauen eines Haushalts. Besonders bei Familien mit Kindern wird das sehr deutlich: Mit mehr als 50 Prozent sind es immer noch überwiegend die Mütter, die sich um die Kinderbetreuung, die Ernährung mit Einkauf und Kochen sowie den Haushalt kümmern. Im Vergleich wenden sie dafür täglich etwa nur noch 90 Minuten mehr auf, als die Väter. Diese verbringen dafür knapp eine Stunde mehr im Job, als Frauen, weil sie eher einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Also doch nichts paletti?

Mehr gleiche Chancen für Frauen und Männer

Mitnichten. Chancengleichheit herrscht in Deutschland vielfach nur auf dem Papier. Zum Glück verstehen das immer mehr Unternehmen und unterstützen bewusst einen Trend, der letztlich auch ihnen zugute kommt: In Zeiten von Fachkräftemangel sind sie darauf angewiesen, dass bei der Berufs- und Studienwahl auch Frauen typisch männliche Berufe ergreifen, Karrierechancen erhalten und umgekehrt: Die stationäre Pflege, üblicherweise als Frauenberuf gesehen, kann auch von Männern geleistet werden. Schließlich sind in dem Bereich mehrere zehntausend Stellen offen. Unter anderem dafür setzt sich der Verein TOTAL-E-QUALITY Deutschland e. V. ein. Er zeichnet jedes Jahr Unternehmen, Institutionen und Verbände aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus, die Frauen und Männern die gleichen Chancen geben.

Dazu gehört, neben dem verstärkten Einsatz von Frauen in Führungspositionen (PDF), auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (PDF, Praxisbeispiele). Für die ausgezeichneten Einrichtungen stellt das erteilte Prädikat einen Mehrwert dar, der sie von Wettbewerbern abhebt und somit für neue Mitarbeiter attraktiver macht. Die Auszeichnungen werden bereits seit 1997 vergeben. Allein 2017 erhielten 64 weitere Organisationen und Unternehmen das Prädikat. Von dieser gerechteren Personalpolitik profitieren mittlerweile bis zu 2,5 Millionen Beschäftigte. Eine Frage bleibt: Erhalten Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn?

Equal Pay Day – gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Für Deutschland lautet die Antwort ganz klar nein. Die jüngsten Zahlen von 2017 zeigen, dass es sehr wohl ein Gefälle gibt – in den alten Bundesländern größer als in den neuen. Die Kampagne Equal Pay Day (EPD), Business and Professional Women (BPW) Germany e.V., kämpft dafür, dass sich genau das in der Zukunft ändert. Der Verein, der den EPD 2008 aus den USA in die BRD brachte und für Lohngerechtigkeit eintritt, führt jährlich bundesweit Aktionen zur Thematik durch. Der inzwischen auch in Deutschland etablierte Equal Pay Day am 18. März eines Jahres zeigt auf, dass weibliche Angestellte im Durchschnitt etwa bis zu diesem Datum umsonst arbeiten, im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Da Deutschland seit vielen Jahren zu den Schlusslichtern gehört in der europaweiten Statistik, sind wir noch weit davon entfernt, den gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu erhalten. Die Isländer sind da schon viel weiter und belegen Platz 1 im Ranking der globalen Gender Pay Liste des Weltwirtschaftsforums (Englisch). Seit Januar 2018 ist in Island sogar ein Gesetz gültig, dass Unternehmen mit mindestens 25 Beschäftigten zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen zwingt.

2018-03-15T15:39:00+00:00 15. März 2018|Ernährung, Gesetzlich, Gesundheit, International, Politik|