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Entstehung der Drogensucht bei Jugendlichen erforscht

Die Frage, warum einige junge Menschen Drogen exzessiv konsumieren und andere dem Konsum von Rauschmitteln vollständig widerstehen können, war über eine lange Zeit ungeklärt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben sich dieser Thematik angenommen und eine Studie mit nennenswerten Zwischenergebnissen durchgeführt.

Von einem „Durchbruch“ ist die Rede

Die Forscherinnen und Forscher des UKE nutzten als Grundlage für ihre Untersuchungen die Hirnaktivitäten von Jugendlichen und konnten dabei verschiedene Merkmale herausstellen, die eine Suchterkrankung bei jungen Menschen deutlich begünstigen könnten. Seit vielen Jahren werden 250 Jugendliche von einem Wissenschaftler-Team unter der Leitung von Herrn Professor Christian Büchel, Institutsleiter für systemische Neurowissenschaften, begleitet und beobachtet. Büchel erläuterte hierzu, dass das Team in enger Absprache mit der jeweils zuständigen Schulbehörde zusammengearbeitet hat, um ein möglichst großes Spektrum abbilden zu können. Ziel war es, Jugendliche ohne Erfahrung mit Drogen im Alter von 14 Jahren für die Studie zu gewinnen. Möglicherweise ist es für die Wissenschaftler der Durchbruch in der Suchtforschung.

Jugendliche mit problematischem Drogenkonsum

Bereits vor Beginn der eigentlichen Studie war bekannt, dass sich die Wissenschaftler explizit „Jugendliche mit problematischem Drogenkonsum“ sowie einem Hang zum „Sensation Seeking“ (Abenteuerlust) aussuchen werden. Um den Hang zum Konsum von Drogen festzustellen, wurden die 14-Jährigen mittels psychologischer Tests untersucht. Darüber hinaus haben die Forscher ein MRT (Kernspintomografie) durchgeführt, um die Hirnaktivitäten aufzuzeichnen. Rund zwei Jahre später wurden die Jugendlichen in einen Teil der weltweit etablierten Imagen-Stichprobe aufgenommen.

Abwägung von Konsequenzen ist ausschlaggebend

Wie Professor Büchel berichtet, sei bei allen Teilnehmenden der Studie, die Drogen konsumiert haben, festgestellt worden, dass sowohl das Belohnungssystem als auch die Kontrollareale des Gehirns „unterdurchschnittlich“ entwickelt waren. Das Abwägen von Konsequenzen falle bei diesen Gegebenheiten äußerst schwer, wodurch der Drogenkonsum begünstigt wird, so der Wissenschaftler weiter in seinen Ausführungen. Es konnte außerdem belegt werden, dass andere Gehirnareale der untersuchten Jugendlichen ebenfalls einen sogenannten Entwicklungsrückstand aufweisen. In wenigen Wochen läuft die dritte Untersuchungswelle an, die die Untersuchung der mittlerweile 20- bis 21-Jährigen zum Ziel hat. Büchel hegt die Hoffnung, durch die Untersuchungsergebnisse unterstützend dafür sorgen zu können, dass Jugendliche mit Hang zum Drogenkonsum künftig effektiver behandelt werden können.

2017-10-13T10:00:36+00:00 14. März 2017|Gesundheit, Testberichte, Vorsorge|