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Elektronische Gesundheitskarte und Geldkarte: Wie man seine Daten am besten schützt

Noch immer machen sich viele nicht ausreichend Gedanken darüber, wie die eigenen persönlichen Daten am besten zu schützen sind. Dabei sind immer mehr Informationen auf den diversen Karten enthalten, die fast jeder mit sich führt. Nicht nur Kreditkarten- und Bankinformationen sind schützenswert, sondern auch beispielsweise die Gesundheitsinformationen auf der für einen Arztbesuch erforderlichen elektronischen Gesundheitskarte (eGK).

Nicht nur Bankdaten müssen geschützt werden

Sensible persönliche Daten sind ja nicht nur Konto- und Kreditkarteninformationen, Verbraucher sollten auf sämtliche Daten, die ihre Person betreffen, aufpassen. Kriminelle sind auch an anderen Informationen zu Personen im allgemeinen interessiert – aus den unterschiedlichsten Gründen. Das betrifft auch die Gesundheitskarte, auf der sensible Daten gespeichert sind. Bekommen Kriminelle diese Daten in die Finger, sind Schäden für die Betroffenen oder Krankenkassen nicht auszuschließen.

Schutz auch vor Online-Kriminalität

Neben der physischen Gefahr, eine Karte zu verlieren oder gar bestohlen zu werden, ist vor allem die Cyber-Kriminalität massiv auf dem Vormarsch. Online-Banking ist heute ein Standard-Service, aber auch Krankenkassen und Ärzte greifen über die Gesundheitskarte auf Online-Dienste zurück, um beispielsweise Informationen einfach und schnell abzurufen oder zu aktualisieren. Verbraucher sollten auch hier darauf achten, entsprechende Informationen auf ihrem Computer zu schützen. Dazu zählen eine stets aktuelle Software und regelmäßige Updates des Betriebssystems, die Installation von Schutzsoftware (Firewall, Anti-Viren- und Anti-Malware-Programme).

Die größte Gefahr von Informationsverlust sind Phishing-Mails und Fake-Webseiten. Wie erst kürzlich bekannt wurde, sind mitunter selbst Krankenhäuser nicht ausreichend vor Internetkriminalität geschützt. Im Mai sperrte die Schadsoftware „WannaCry“ durch unachtsames Klicken einigen Kliniken und Behörden den Zugang zum gesamten Computersystem. Grundsätzlich verschicken weder die Banken noch die Krankenversicherungen Mails, die nach Passwörtern, PINs und ähnlichem fragen. Bei Online-Zugriffen auf das Bankkonto oder auch den Account der Krankenkassenkarte sollte idealerweise eine Zwei-Wege-Authentifizierung eingerichtet werden.

Gesundheits-Apps und Wearables als Datenrisiko

Gesundheits-Apps und Fitnessarmbänder liegen seit einiger Zeit im Trend, jedoch ist vielen Nutzern nicht immer ganz klar, wo genau die persönlichen Daten gespeichert werden und nicht selten fehlt obendrein noch die Datenschutzerklärung. Durch gesammelte und zusammengeführte Gesund­heitsinformationen ließe sich beispielsweise ein persönliches Profil eines Nutzers erstellen, welches später u.a. bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung (PKV) unwissend gegen ihn verwendet werden könnte. Bei den Gesundheits-Apps der gesetzlichen Krankenkassen gelten besonders strenge Vorschriften, damit die Daten ihrer Versicherten nicht verarbeitet werden dürfen. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn der Versicherer wüsste, wie (un)gesund man wirklich lebt.

Notfalldatensatz soll 2018 eingeführt werden

Kommt es zu einem Notfall, muss alles sehr schnell gehen: Nicht immer ist man in der Lage, eventuell vorhandene Allergien oder  regelmäßige Medikationen dem behandelnden Arzt mitzuteilen. Aus diesem Grund wollen über 90 Prozent der Deutschen diese und weitere Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte speichern lassen. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom in Kooperation mit der Bayerischen TelemedAllianz (BTA) würden 78 Prozent der Bundesbürger ihre chronischen Erkrankungen und 93 Prozent Medikamentenunverträglichkeiten sowie Allergien speichern lassen. Ein Drittel der Deutschen wäre sogar bereit, die gesamte Krankheitsgeschichte zu hinterlegen. Komplett gegen eine Speicherung von Daten sprachen sich lediglich 4 Prozent aus.

Für 2018 plant das Bundesgesundheitsministerium die Möglichkeit, dass Versicherte ihre Notfalldaten auf der Gesundheitskarte speichern lassen können. Der Zugriff auf diese Daten ohne Erlaubnis des Patienten soll jedoch nur für Ärzte ermöglicht werden, damit diese auch bei Bewusstseinsstörungen schnell reagieren und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verhindern können. Geplant sei auch die Hinterlegung des Aufbewahrungsortes für eine Patientenverfügung, den Ausweis für eine Organspende und der Vorsorgevollmacht, sofern man diese Unterlagen ausgefüllt hat.

2017-10-17T15:42:00+00:00 20. Juni 2017|Gesetzlich, Versicherung|