Eine tückische Gefahr für Kinder: Sekundäres und trockenes Ertrinken

Im vergangenen Jahr gab es im gesamten Bundesgebiet fast 540 Ertrunkene, wobei neben Flüchtlingen und Älteren vor allem auch Kinder zu den Opfern zählten. Generell kann es für Kinder beim Baden besonders gefährlich werden, wenn sie Wasser verschlucken oder sogar einatmen. Dabei läuft das eigentliche Ertrinken meist im Stillen ab und eben nicht lautstark, wie es häufig in Filmen zu sehen ist. Gründe dafür sind häufig Erschöpfung, Krämpfe durch hohe Temperaturunterschiede oder auch plötzliche Strömungen.

Alarmzeichen bei zu viel verschlucktem Wasser

Weniger bekannt und umso gefährlicher ist das sogenannte sekundäre Ertrinken. Auch wenn das Kind nach einem Badeunfall zunächst relativ beschwerdefrei scheint, besteht Gefahr. Es gibt Anzeichen, die Eltern veranlassen sollten, zügig einen Arzt aufzusuchen. Hustet es nach Stunden und Tagen plötzlich wieder, ist das ein Warnsignal. Im Zusammenhang mit dem Ertrinken ist Husten ein Reflex, um das Wasser wieder aus dem Körper zu bekommen. Weitere kritische Symptome sind Brustschmerzen, Erbrechen und Atemschwierigkeiten. Müdigkeit, apathische Reaktionen und das Verrollen der Augen wurden ebenfalls beobachtet, häufig wird auch von Magen-Darm-Symptomen gesprochen. Eltern sollten am besten immer, wenn ihr Kind einen Badeunfall erlitten hat, einen Arzt aufsuchen oder es in eine Klinik zur Überwachung bringen.

Die Heimtücke des sekundären Ertrinkens

Entscheidend ist es, die Symptome zu kennen, richtig einzuschätzen und vor allem rechtzeitig zu reagieren. Beim sekundären Ertrinken ist es die Lunge, die oft erst später reagiert, wenn das Kind durch ein Ereignis zu viel Wasser aufgenommen hat. Flüssigkeiten, die dabei in die Lunge gelangen, können in der Folge Entzündungsreaktionen und Ödeme hervorrufen. Ursächlich dafür sind Störungen des Gasaustausches. Das Kind erstickt letztlich durch einen Mangel an Sauerstoff. Beim trockenen Ertrinken hingegen sind die Atemwege selbst betroffen – die Stimmritze schließt sich, um ein Eindringen von Wasser in die Lunge zu verhindern. Allerdings ähnelt der Verschluss einem Krampf, der sich nicht wieder von selbst löst, wodurch ebenfalls Sauerstoffmangel entsteht.

Schwimmunterricht schon für die Kleinsten wichtig

Aktuelle Zahlen belegen, dass viele Kinder nicht schwimmen können. Laut einer Umfrage der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) können mehr als die Hälfte der 10-Jährigen nicht sicher schwimmen (mit Video), dadurch kommt es häufig zu tödlichen Unfällen an Seen, Flüssen oder Bächen. Die DLRG ist in der Hauptsaison meist mit ehrenamtlichen Rettungs­schwimmern an Nord- und Ostsee sowie an vielen Binnenseen vor Ort, um im Notfall eingreifen zu können. Immer häufiger sind Kinder in Badeunfälle verwickelt. Die Retter beklagen, dass Grundschüler heutzutage oft keinen Zugang zum Schwimmunterricht haben – zum Beispiel, weil Kommunen Schwimmbäder nicht mehr unterhalten können und dann schließen.

Neue Wege beim Schwimmen lernen

Die DLRG in Mölln lässt sich einiges einfallen, um die Kinder zum Schwimmen zu motivieren. Die Jungen und Mädchen erhalten hier weitere kleine Abzeichen in Form von Aufklebern für Zwischenschritte, bevor sie zum Beispiel das „Seepferdchen“ oder auch das nächst höhere Schwimmabzeichen absolvieren. Denn das „Seepferdchen“ ist nur die Grundlage, um sich auf 25 Metern über Wasser halten zu können – wirklich schwimmen können die Kinder meistens noch nicht. Auch Kleinkinder sollten rechtzeitig mit dem Wasser vertraut gemacht werden. Wer bei einem Schwimmkurs erfolgreich teilgenommen hat, kann eventuell bei seiner Kranken­kasse im Bonusprogramm Punkte für das jeweilige Schwimmabzeichen erhalten.

Wie sich die Lebensretter auf die Saison vorbereiten

Rettungsschwimmer müssen regelmäßig die Erste-Hilfe-Übungen trainieren. Wie viele andere Ortsverbände auch, hat sich die DLRG in Peine bereits intensiv auf die Badesaison 2017 vorbereitet und einen „Run-Swim-Run“-Wettbewerb am Eixer See absolviert. Dort zeigten die Rettungsschwimmer ihre Schnelligkeit auf jeweils 100 Meter Laufen und  Schwimmübungen auf einer Länge von 200 Metern. Zusätzlich wurde die Wiederbelebung und der Umgang mit dem Defibrillator sowie den Funkgeräten geübt. Andere nehmen ihre ehrenamtliche Tätigkeit noch ernster und machen einen Sport daraus – den Rettungssport, in dem Weltmeisterschaf­ten und sogar World Games für die nichtolympischen Sportarten.

 

2017-06-29T15:32:19+00:00 29. Juni 2017|Allgemein|