Um möglichst viele Menschen zu erreichen, organisiert die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in regelmäßigen Abständen große Spendenaktionen. Aufgrund der Coronakrise und den damit ver­bundenen Regelungen sind diese zum Erliegen gekommen. Alternativ werden nun Onlineaktionen gestartet und vermehrt die sozialen Netzwerke genutzt, um Knochenmarkspender zu finden. Der DKMS zufolge erzielt das jedoch nicht den gleichen Erfolg.

SV Waldhof Mannheim 07 unterstützt DKMS

Laut Julia Runge von der DKMS ist die Zahl der Neuregistrierungen in diesem Jahr um 60 Prozent zurückgegangen. Die Blutkrebspatienten brauchen jedoch weiterhin Hilfe in Form einer Stammzellspende. Der Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim 07 (SVW) unterstützt seit ein paar Jahren tatkräftig mit Typisierungsaktionen im Stadion. Aufgrund des Coronavirus können zur Zeit nur auf der Website des Vereins Spenden entgegen genommen werden. Mit einer Geld- oder Becherspende kann man helfen die DKMS-Registrierungssets zu finanzieren. Die Spendengelder werden direkt an die DKMS übergeben.

Aktuell sind, laut vorliegenden Informationen, zwei Menschen in Mannheim von Krebs betroffen, die dringend nach einem Spender suchen. In ganz Deutschland brauchen zur Zeit etwa 3.000 Erwachsene und Kinder dringend einen passenden Spender. Laut DKMS trifft es alle 15 Minuten einen Menschen mit der Diagnose Blutkrebs (Leukämie), doch nur jeder Zehnte findet auch einen geeigneten Spender. Gerade in dieser schweren Situation möchte der SV Waldhof Mannheim 07 bei der Spendersuche unterstützen und hat daher auch verstärkt seine Fans um Hilfe gebeten. Der Sportverein ruft dazu auf, sich bei der DKMS zu registrieren. Jeder neue Registrierte könnte der eine passende Spender sein, auf den ein Kind oder ein Erwachsener lange gewartet hat.

So einfach geht die Registrierung

Jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahre kann sich auf der Seite der DKMS registrieren und so möglicherweise Leben retten. Anschließend wird ein Watte­stäbchenset nach Hause geschickt, wo man den Abstrich von der Wangenschleimhaut selbst durchführen kann. Das Set ist kostenlos und wird portofrei an das Labor der DKMS zurück geschickt. Die Probe wird anschließend untersucht und die Daten in der Datei registriert. Da nicht viele Spender und Patienten zusammenpassen, werden so viele Registrierte wie möglich benötigt. So kann die Chance auf einen passenden Spender deutlich erhöht werden.

Ablauf einer Stammzellspende

Wer als Stammzellspender in Frage kommt, wird umgehend von der DKMS kontaktiert. Der potenzielle Spender wird von einem Arzt gründlich untersucht, ob er auch wirklich dafür geeignet ist. Bei einer Spende werden die Stammzellen in der Regel aus dem Blut entnommen, was bis zu vier Stunden dauern kann und ggf. am nächsten Tag wiederholt werden muss. Manchmal werden die Zellen auch aus dem Beckenkamm entnommen. Dafür wird eine Operation unter Narkose durchgeführt, die ungefähr eine Stunde dauert. Anschließend muss man sich noch 3 Tage im Kranken­haus erholen. Die Kosten für die Freistellung von der Arbeit, die Arzt- und Reisekosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Es entstehen dem Spender also keine Kosten und man kann damit möglicherweise auch noch ein Leben retten.