Diese Krankenkassen haben ihren Zusatzbeitrag 2017 geändert

Jedes Jahr aufs Neue überprüfen die Krankenkassen ihre Haushaltslage und legen kurz vor dem nächsten Jahreswechsel die Beitragsgestaltung für das kommende Jahr fest. Für 2017 müssen sich viele gesetzlich Versicherte auf höhere Krankenkassenbeiträge einstellen. Betroffen sind vor allem Mitglieder der Betriebskrankenkassen. Die Spanne der GKV-Beitragssätze reicht von 14,9 bis 16,4 Prozent. Gemäß GKV-Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes (BVA) liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2017 bei 1,1 Prozent.

Beitragsänderungen nur zu Lasten der Versicherten

Auch in diesem Jahr tragen ausschließlich die gesetzlich Versicherten Mehrbelastungen durch Beitragsänderungen in der GKV. Ursache dafür ist, dass sich die Änderungen durch eine Erhöhung der Zusatzbeiträge ergeben, die die Versicherten aus eigener Tasche begleichen müssen – Arbeitgeber zahlen lediglich für den gesetzlich gedeckelten Pflichtanteil in Höhe von 7,3 Prozent der GKV-Beiträge. Für 2017 ist festzustellen: Keine Krankenkasse verzichtet auf die Erhebung eines Zusatzbeitrages oder erwägt eine Senkung desselben. Voraussichtlich 27 Krankenkassen heben ihren Zusatzbeitrag an – die Mehrheit der Kassen verzichtet zumindest auf weitere Kostensteigerungen für ihre Versicherten.

BKKs mit den meisten Zusatzbeitragserhöhungen

Die meisten Erhöhungen des Zusatzbeitrages betreffen Versicherte in den Betriebskrankenkassen. So hebt beispielsweise die Bertelsmann BKK ihren Zusatzbeitrag um 0,23 Prozent auf 1,28 Prozent an, was den GKV-Beitragssatz insgesamt auf 15,88 Prozent steigen lässt. Gleich um 0,4 Prozent steigt der Zusatzbeitrag bei der BKK Henschel Plus – er liegt damit bei 1,60 Prozent, der GKV-Beitragssatz bei 16,2 Prozent. Den höchsten GKV-Beitragssatz 2017 erhebt bisher die BKK Vital. Ursache dafür ist die Anhebung des Zusatzbeitrages um satte 0,5 Prozent auf 1,8 Prozent.

AOK Plus erhöht Beitrag überraschend

Schon ein wenig versichertenfreundlicher wirkt die Lage bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Lediglich die in Sachsen und Thüringen vertretene AOK Plus hebt ihren Zusatzbeitrag an. Die Steigerung um 0,3 Prozent lässt den GKV-Beitragssatz für 2017 auf insgesamt 15,2 Prozent steigen. Die Krankenkasse zählt mit ihrem Zusatzbeitrag nicht zu den teuersten Anbietern, agiert dabei aber entgegen ihrer eigenen Prognose. Noch im August 2015 gab der AOK Plus-Vorstand Rainer Striebel an, der Zusatzbeitrag könne voraussichtlich sowohl in 2016 als auch in 2017 stabil bei 0,3 Prozent verbleiben. Begründet wird die Anhebung des Zusatzbeitrages für 2017 mit „gesundheitspolitischen Ursachen“.

Krankenkassenwechsel: Nicht nur auf Beitragssatz und Zusatzbeitrag achten

Insgesamt rund ein Viertel der GKV-Mitglieder ist in diesem Jahr von höheren Krankenkassenbeiträgen betroffen. Hinzu kommen rund 10 Millionen Versicherte, deren Krankenkassen fusionieren oder sich kürzlich zusammengeschlossen haben, was sich auf Leistungen ebenso auswirken kann wie auf die Beitragsgestaltung. Grundsätzlich gilt: Ändert sich der Beitragssatz, können sich Versicherte auf ein Sonderkündigungsrecht berufen und ihre Kasse bei Bedarf wechseln. Versicherungsexperten raten dazu, neben den GKV-Beiträgen auch gezielt Testberichte der Krankenkassen zu vergleichen – ein minimal geringerer Beitragssatz ist wenig sinnvoll, wenn dafür Einbußen bei Leistungen zu erwarten sind, die für den Betroffenen wichtig sind.

2017-05-19T16:09:40+00:00 12. Januar 2017|Allgemein|