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Die Techniker und BIG direkt gesund: Kommt es zur Senkung des Zusatzbeitrag 2018?

Für die Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) könnten die Beiträge in 2018 sinken. Sprecher der Kasse gaben an, dass aktuell geprüft würde, in wie weit es möglich ist, die Zusatzbeiträge auf einen Satz von 0,9 Prozent zu reduzieren. Einschränkend wurde jedoch auch erwähnt, dass auf lange Sicht die Beiträge wahrscheinlich wieder ansteigen werden.

Entlastungen für die Versicherten der Techniker Krankenkasse

Die Techniker (im Test) will ihre etwa zehn Millionen an Mitglieder im Jahr 2018 entlasten, indem der Zusatzbeitrag auf 0,9 Prozent gesenkt werden soll. Der Chef der größten deutschen gesetzlichen Krankenkasse legte sich in einem Interview mit der Rheinischen Post darin fest, dass eine Anhebung des Beitrages für 2018 ausgeschlossen sei. Er hoffe im Gegensatz, dass er um 0,1 Prozentpunkte gesenkt werden könne. Mit dieser Maßnahme bleibt die Techniker Krankenkasse weiterhin unterhalb des Durchschnitts in Deutschland. Die Senkung des Zusatzbeitrages auf 0,9 Prozent koste die Kasse nach eigenen Angaben etwa 190 Millionen Euro, und zwar bei weiter ansteigenden Ausgaben. Trotzdem prüfe man die Maßnahme.

Gründe für die eventuelle Beitragssenkung 2018

Zu den Gründen für die mögliche Beitragssenkung gab der Chef der Techniker Krankenkasse die gute Konjunktur an. Die Einnahmen durch die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seien aktuell verhältnismäßig hoch. Ein Grund sei, dass derzeit zahlreiche EU-Ausländer zum Arbeiten nach Deutschland kommen. Insbesondere Menschen aus den südlichen europäischen Ländern wie Griechenland, Italien oder Spanien machen sich auf den Weg zu uns. Diese Menschen sind jung und zahlen Beiträge, verursachen aber nur geringe Kosten. Die Anzahl dieser Versicherten sei um etwa neun Prozent gestiegen. Auf lange Sicht betrachtet sieht Herr Baas, Chef der Techniker Krankenkasse jedoch steigende Beiträge bei allen Kassen. Das begründete er damit, dass die Ausgaben voraussichtlich stärker wüchsen als die Einnahmen und Beiträge. Der medizinische Fortschritt sorge für steigende Kosten, während die Politik nicht in der Lage sei, die Ausgaben zu begrenzen. In den steigenden Kosten für neue Medikamente sieht Baas ein besonderes Problem. Die Politiker sieht er in der Pflicht, endlich etwas dagegen zu tun, dass neue Medikamente im ersten Jahr mit horrenden Preisen auf den Markt gebracht werden dürfen, ohne dass es eine Obergrenze gibt.

Stabiler Zusatzbeitrag 2018 bei der BIG direkt gesund

Trotz steigender Kosten bei Medikamenten, Krankenhausaufenthalten und modernen, aber kostenintensiven Therapien will die BIG direkt gesund im kommenden Jahr den Zusatzbeitrag immerhin stabil bei 1,0 Prozent halten. Für die fast 415.000 Versicherten ist das dennoch mehr als nur ein Trostpflaster. Denn in der Vergangenheit war der Kostenanstieg für viele gesetzliche Krankenkassen (Liste) ein Grund, schließlich doch die Beiträge zu erhöhen. Solange der Beitragssatz zumindest stabil bleibe, so der Vorstandsvorsitzende der BIG direkt gesund, sei es auch möglich, den Versicherten freiwillige Kassenleistungen – im Volksmund auch Zusatzleistungen oder Extraleistungen genannt – zu gewähren oder gar völlig neue Konzepte für die Versorgung von Patienten zu entwickeln.

2017-11-23T14:14:16+00:00 23. November 2017|Gesetzlich, Politik, Versicherung|