//Deutschland setzt sich für EU-Standards bei Gesundheits-Apps ein

Deutschland setzt sich für EU-Standards bei Gesundheits-Apps ein

Immer mehr Menschen verwenden sogenannte „Gesundheits-Apps“ auf Fitness-Trackern, Smartwatches und Smartphones, Tablets  und ähnlichen Geräten. Sie nutzen diese elektronischen Programme, um den Status ihrer Gesundheitsparameter und Sportaktivitäten zu erfassen und zu dokumentieren. Bisher wurden Gesundheits-Apps nicht standardisiert entwickelt und auf den Markt gebracht: Für den Nutzer solcher Programme stand die Frage nach der Qualität der App, nicht zuletzt aber auch nach dem datenschutzrechtlich korrekten Umgang mit den erfassten persönlichen Daten durch das jeweilige Unternehmen, nicht immer an erster Stelle. Dies soll sich nun ändern.

Selbstverpflichtung der App-Hersteller

Im Kern geht es bei den rechtlichen Änderungen, die die Bundesregierung vorantreiben möchte, darum, dass die Hersteller von Gesundheits-Apps sich auf die exakte Einhaltung von datenschutzrechtlichen Bestimmungen festlegen. Diese Selbstverpflichtung, auch „Code of Conduct“ genannt, könnte von einem Verbrauchersiegel begleitet werden, welches dem Nutzer die Unbedenklichkeit der jeweiligen Gesundheits-App in Sachen Datenschutz vor Augen führt.

Qualitativ hochwertige Gesundheits-Apps

Im Sinne der Gewährleistung von hohen Qualitätsstandards bei Gesundheits-Apps sollen nachvollziehbare und relevante Kriterien für deren Beurteilung auf Initiative der EU-Kommission bis 2017 entwickelt und festgelegt werden. Sind darüber hinaus Ergänzungen notwendig, sollen diese im Rahmen der E-Health-Initiative kritisch betrachtet und erarbeitet werden. Für den Nutzer sollen sie einen hohen gesundheitlichen Informationswert garantieren: Dieser besteht darin, dass gesundheitlich relevante Daten sinnvoll erfasst, verarbeitet und dann dem Nutzer in einer anschaulichen Weise dargeboten werden.

Nutzer muss Datenhoheit behalten

Die Bundestagsabgeordnete Renate Künast (Bündnis 90/ Die Grünen) sagte nach dem Bekanntwerden der Pläne der Bundesregierung, dass es wichtig sei, sich mit einer klaren Strategie dem Thema Gesundheits-Apps zu widmen. Denn die europäischen Verbraucher haben das Recht, elektronische Programme auf ihren Smartphones zur Förderung ihrer Gesundheit zu benutzen, die einerseits transparent und andererseits datenschutzrechtlich sicher mit den erfassten persönlichen Daten umgehen. In die gleiche Bresche schlägt der Fraktionsvize der Grünen, Konstantin von Notz. Er warnt vor möglichen Nachteilen für die Wirtschaft und sagt: „Die Bundesregierung steht in Sachen Digitalisierung bis heute wie ein Kaninchen vor der Schlange.“ Weiter heißt es: Sie weigere sich, die Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung stellten, im Sinne der Verbraucher zu gestalten. „Das ist schlecht für unsere Grundrechte, und es ist schlecht für die Unternehmen, die Rechtssicherheit brauchen.“

Redaktion

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2017-05-19T16:09:46+00:00 21. November 2016|Allgemein|