/, Gesundheit/Der Waldknoblauch ist gesund und gefährlich zugleich

Der Waldknoblauch ist gesund und gefährlich zugleich

Besonders entlang kleiner Bäche, in der Nähe von Laubbäumen oder an naturbelassenen Ufern findet man das intensiv duftende Gewürzkraut mit seinen grünen Blättern und weißen Blüten. Der Name des Gewächses stammt aus sehr alten Überlieferungen. Danach soll das duftende Kraut die erste Nahrung der Bären gewesen sein, nachdem sie aus dem Winterschlaf erwacht waren. Damit wollten sie Magen und Darm säubern und auch den Blutkreislauf für die neue Saison in Schwung bringen. Lange Zeit war der Bärlauch einfach nur Unkraut. Man riss ihn aus dem Gartenboden und vernichtete ihn. So wie die Tiere nutzen auch die Menschen sei einigen Jahren wieder die Kraft des Bärlauchs. Vor allem in der Küche ist das Lauchgewächs zu einer beliebten Bereicherung geworden. Ganze Kochbücher beschäftigen sich mit der Herstellung von Bärlauch-Brot, Bärlauch-Nudeln oder Bärlauch-Pesto, um nur einiges zu nennen.

Bärlauch ist eine Heilpflanze

Doch auch für die Gesundheit hat der Bärlauch einiges zu bieten. Die Wirkung auf den menschlichen Organismus ist ähnlich wie die des Knoblauchs. Er wirkt anregend auf den Appetit, treibt die Gallenproduktion an und wirkt allgemein fördernd auf die Verdauung. Die Gefäße werden durch den Bärlauch erweitert, der Cholesterinspiegel wird gesenkt. Die Bären wussten tatsächlich, warum sie den Bärlauch als Frühjahrsnahrung bevorzugt haben, denn er wirkt leistungsfördernd, tötet Keime, entgiftet und entschlackt den ganzen Körper. Deshalb hat der Bärlauch in der Naturheilkunde seinen festen Platz.

Vorsicht beim Sammeln im Wald

Nicht wenige Menschen wollen den Bärlauch in der Küche anwenden und seinen feinen Geschmack genießen. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem normalen Knoblauch ist auch, dass der Genuss von Bärlauch nicht dazu führt, dass der ganze Körper den Knoblauchduft verströmt. Lediglich der Atem wird in Mitleidenschaft gezogen. Um all diese Vorteile genießen zu können, muss der Bärlauch aber nicht im Supermarkt oder im Gemüsegeschäft gekauft werden. Es ist preiswerter, wenn man den Bärlauch selbst sammelt. Zudem macht ein Ausflug in den Wald großen Spaß und fördert die Gemeinschaft. Aber so positiv eine solche Aktivität auch ein mag, es ist große Aufmerksamkeit und Vorsicht nötig. Der Bärlauch kann mit anderen Pflanzen verwechselt werden, und das mit gefährlichen Folgen.

Bärlauch kann verwechselt werden

In jedem Jahr gibt es immer wieder Fälle von Vergiftungen, weil Sammler den Bärlauch mit Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose verwechselt haben. Das Gift der Herbstzeitlose heißt „Colchicin“ und kann tödlich sein. Die schädliche Wirkung setzt erst mit einer Verzögerung von mehreren Stunden ein und kann zu Zellzerstörungen und letztlich zum Tod führen. In den meisten Fällen aber bleibt es bei Beschwerden des Magen-Darm-Bereichs, bei Übelkeit und Erbrechen. Wenn aber solche Probleme nach dem Genuss von Bärlauch auftreten, muss sofort der Arzt konsultiert werden.

Bärlauch am Geruch erkennen

Eine Verwechslung mit dem Maiglöckchen verläuft in den meisten Fällen weniger dramatisch. Die Pflanze enthält sogenannte Glykoside, die auf das Herz wirken. Doch der Darm nimmt diese Stoffe schlecht auf, so dass sie schnell wieder ausgeschieden werden. Aus diesem Grund sind lebensgefährliche Vergiftungen durch Maiglöckchen eher selten. Das wichtigste Merkmal, an dem man den Bärlauch erkennen kann, ist sein Geruch. Wenn man die Blätter zerreibt, riecht es nach Knoblauch. Weder bei der Herbstzeitlose noch beim Maiglöckchen tritt dieser intensive Duft auf.  Auf jeden Fall aber sollten vor allem Unkundige beim Sammeln von Bärlauch Vorsicht walten lassen. Im Zweifel sollte die Pflanzen lieber im Wald bleiben und der Bärlauch doch lieber im Gemüseladen gekauft werden.

2017-10-16T10:34:18+00:00 6. April 2011|Ernährung, Gesundheit|