Depressionen durch zu viele Medikamente – Wie Apps bei der Therapie helfen können

Einer niederländischen Studie zufolge bekommen insbesondere ältere Patienten mit Depressionen zu viele verschiedene Medikamente verschrieben. Auch der Zusammenhang zwischen körperlichen und seelischen Symptomen wurde in der Studie deutlich. Das Risiko für das gleichzeitige Auftreten von mindestens zwei chronischen Erkrankungen war bei psychisch belasteten Patienten um 48 Prozent höher als bei einem gesunden Menschen. Zugleich erhielten diese Personen deutlich häufiger medikamentöse Dauertherapien, die wiederum weitere gesundheitliche Risiken bergen können.

Apps sollen depressiven Patienten helfen

Der Bedarf an Psychotherapien ist häufig größer als das Angebot. Zudem haben viele Personen die Präferenz, sich selbst zu helfen, anstatt an einem psychotherapeutischen Verfahren teilzunehmen. Unter anderem diese Menschen sollen mithilfe von Apps erreicht werden, wie verschiedene Forscher vorgeschlagen haben. Durch die Apps könne ein persönliches Gespräch im Chat, per E-Mail oder Videokonferenz geführt werden, anstatt sich direkt in die Praxis eines Arztes zu begeben. Entsprechende Programme zur Einschätzung der eigenen Emotionen oder mit Tipps zur Entspannung, könnten verstimmten Patienten helfen, sich im Alltag wieder zurechtzufinden. Durch diverse Einstellungen in den Apps können Nutzer sich sogar an Therapietermine erinnern lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) und die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) versuchen nun, Standards für solche Anwendungen zu entwickeln, damit die Möglichkeiten künftig auf sinnvolle Weise genutzt werden. Am Anfang steht hierbei immer die richtige Diagnose, die generell der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung ist.

Krankenkassen unterstützen mit Terminservice

Einen Termin beim Psychotherapeuten zu bekommen ist nicht einfach und häufig mit langen Wartezeiten verbunden. Laut der Bundespsychotherapeutenkammer warten Patienten durchschnittlich bis zu drei Monate auf ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten – für einige Patienten kann die Hilfe dann schon zu spät sein. Viele Krankenkassen unterstützen ihre Patienten jedoch bei der Suche nach dem passenden Therapeuten mit einem Terminservice, wie z.B. die IKK gesund plus und die BKK firmus, oder haben mit einem Facharzt einen Vertrag zur besseren Versorgung abgeschlossen.

2017-06-14T13:53:47+00:00 2. Juni 2017|Allgemein|