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Das private Krankentagegeld

Das Krankentagegeld ist ein wichtiger Bestandteil der privaten Vorsorge, unabhängig davon ob eine gesetzliche Versicherungspflicht oder private Krankenversicherung besteht.

Krankentagegeld und privat versicherte Arbeitnehmer

Für privat versicherte Arbeitnehmer ist das Krankentagegeld ein Muss, die Frage ist nur, bis zu welcher Höhe abgesichert werden soll. Viele private Krankenversicherungen versichern bis zu 80 % des Bruttoeinkommens. Dies macht Sinn, da der kranke Arbeitnehmer i.d.R. mit zusätzlichen Kosten belastet ist. Zunächst ist da der Arbeitgeberzuschuss zu nennen, der nach dem Wegfall des Anspruches auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber wegfällt. Deshalb ist die Krankenversicherung in voller Höhe über das Krankentagegeld zu finanzieren.

Ein weiterer Aspekt ist die Rentenversicherung, mit dem Wegfall der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber werden auch keine Beiträge mehr in die Rentenversicherung eingezahlt. In diesem Falle beginnt eine Frist von zwei Jahren für den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Die Erwerbsminderungsrente wird nur dann gezahlt, wenn der Grund für die Erwerbsminderung in diesen zwei Jahren begonnen hat. Führt eine neue Erkrankung nach diesen zwei Jahren zu Erwerbsminderung, besteht kein Anspruch mehr auf die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber auch die Möglichkeit gegeben für privat krankenversicherte Arbeitnehmer sich während des Leistungsbezuges von Krankentagegeld in der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig pflichtzuversichern. Da diese Zeiten dann mit Pflichtbeiträgen belegt sind, fängt diese Zweijahresfrist auch nicht an. Damit bleibt der Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente auch bei neuen Erkrankungen bestehen. Auch diese Kosten müssen über das Krankentagegeld bestritten werden.

Krankentagegeld und gesetzlich versicherte Arbeitnehmer

Auch für einen gesetzlich Versicherten Arbeitnehmer endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber i.d.R. nach 6 Wochen Krankenstand. Die gesetzliche Krankenkasse leistet Krankengeld, dieses ist aber spürbar weniger als das Erwerbseinkommen. Das Krankengeld wird wie folgt gekürzt:

Gezahlt wird max.: 70% des Bruttoarbeitsentgeltes beziehungsweise maximal 90% des Nettoeinkommens. Vermindert wird dieser Betrag noch um die Beitragsanteile zur Renten-, Arbeitslosen und Pflegeversicherung. Durch diese Kürzungen entsteht bei Vollzeitbeschäftigten eine Lücke von 300-600 Euro im Monat gegenüber dem normalen Einkommen. Da die Ausgaben sich in der Regel den Einnahmen anpassen, kann ein Fehlbetrag in solcher Höhe auf Dauer existenzbedrohend sein. Deshalb macht auch für gesetzlich Versicherte Arbeitnehmer ein privates Krankentagegeld von 10-20€ pro Tag Sinn.

Krankentagegeld und Selbstständige oder Freiberufler

Für diesen Personenkreis ist das private Krankentagegeld, gleich ob privat oder gesetzlich versichert, existenziell. Das Risiko des Einkommensverlustes bei Krankheit wird von Selbstständigen immer selbst getragen. Je nach wirtschaftlicher Situation und Leistungsvermögen des Selbständigen kann das Krankentagegeld flexibel ab dem 4. Tag bis zum 365. Tag abgeschlossen werden.

2017-10-17T10:48:17+00:00 6. Februar 2012|Gesundheit, Versicherung|