Der Spitzenverband Digitale Gesund­heitsversorgung e. V. (SVDGV) forderte schon Ende März 2020 von der Politik und den Krankenkassen einen Coronapakt für eine digitale Gesundheits­versorgung. In Anbe­tracht der COVID-19-Pandemie sei ein solcher Pakt nötiger denn je. Der SVDGV hält es für erwiesen, dass eHealth-Lösungen ihre Rele­vanz für das Gesundheitssystem bereits bewiesen hätten. Die Bundes­re­gierung solle daher ab sofort die Krankenkassen zur Kosten­über­nahme verpflichten.

Kostenerstattung für E-Health-Unternehmen

Nur durch eine verbindliche Kosten­übernahme kann ein schneller und effizienter Einsatz der so dringend benötigten eHealth-Lösungen gewährleistet werden. Die zum größten Teil jungen Unter­nehmen aus dem digitalen Gesundheits­sektor brauchen unbedingt einen finanziellen Rettungsschirm, um ihre wichtige Arbeit im Dienste der Gesellschaft fortführen zu können. Durch den Corona-Virus und die damit verbun­de­ne Pandemie drohe unser Gesundheitssystem zu kolla­bieren. E-Health-Systeme könnten für eine nachhaltige und schnelle Entlastung sorgen. Digitale Systeme funktionieren via App über Com­pu­ter und alle internetfähigen Endgeräte wie Smart­phone oder Tablet. Zu den digitalen Gesund­heits­diensten gehören zum Beispiel telemedizinische Anwendungen. Diese können unter Umständen einen persönlichen Besuch in der Arztpraxis ersetzen. In Hinblick auf die Corona-Krise kann auf diese Weise das Infektionsrisiko erheblich reduziert werden.

Mehrwert von digitalen Lösungen bestätigt

Das Angebot an eHealth-Lösungen ist groß. Schon in den letzten kritischen Wochen und Tagen stellten sie ihren Mehrwert für Arzt­pra­xen sowie Patientinnen und Patienten unter Beweis. Davon profitierte das gesamte Gesund­heitssystem. Eine große Mehrheit dieser eHealth-Lösungen stellen ihre Leistungen derzeit noch kostenlos zur Verfügung. Das könne jedoch kein dauerhafter Zustand sein, zumal man erst am Anfang stünde und ein dringender Ausbau dieser Systeme zur baldigen Verfügbarkeit für alle Bürgerinnen und Bürger erforderlich sei, so der SVDGV. Dieser nächste Schritt muss dringend in Angriff genommen werden. Darüber herrscht absolute Einigkeit bei allen progressiven Vertretern und Vertreterinnen unseres Gesundheitssystems.

Ausbau von E-Health-Systemen dringend notwendig

Leider drohe aufgrund der unab­seh­baren wirtschaftlichen Schäden durch die COVID-19-Pandemie gerade das Gegenteil des Ausbaus der E-Health relevanten Systeme. Viele Anbieter von digitalen Gesundheitslösungen sind in einer existenzbedrohenden Situation, weil es keine gesetzlichen Grund­lagen zur Erstattung der Lei­stungen durch die Kranken­kas­sen gibt. Deshalb erhalten viele Start-ups für E-Health-Systeme auch keine Kredite, die für eine Fortent­wick­lung dringend notwendig wären. Auch Investo­rengelder brechen aufgrund der wirtschaftlichen Verunsicherung weg.

Ein Rettungsschirm sollte hier helfen. Doch ausgerechnet die E-Health-Unternehmen waren an­fangs vom 600 Milliarden Euro umfassenden Rettungsschirm, den die Bun­des­regierung geplant hatte, ausgeschlossen. Inzwischen können jedoch auch solche Unternehmen die Corona-Soforthilfe oder andere För­de­rungen bean­tragen. Zeitweise deuteten sich durch den Zustand künftige Abhängigkeiten von chine­sischen oder US-amerika­ni­­schen Anbietern digitaler Gesund­heitsleistungen an. Wohin solche Abhän­gigkeiten im Gesundheits­system führen können, ist jetzt schon deutlich spür­bar, wenn der Nachschub an Medika­menten und medizinischer Ausstat­tung aus­bleibt. Die Umsetzung der Koope­ra­tions­verträge zwischen E-Health-Unter­nehmen und den gesetz­lichen Kranken­kassen muss dringend beschleunigt werden.