//Cannabis auf Rezept nur schwer erhältlich

Cannabis auf Rezept nur schwer erhältlich

Die gesetzliche Freigabe von Cannabis bei schweren Krankheiten im März hat bisher nur wenige Veränderungen gebracht und stößt auf Kritik. Es ist noch immer schwierig, ein Rezept für das Mittel zu bekommen, denn die Ärzte fürchten wegen der hohen Kosten um ihr Budget. Auch die nötige Genehmigung durch die gesetzlichen Krankenkassen (Liste mit aktuellen Zusatzbeiträgen) als nächste Hürde sei oft nicht zu bewältigen. Erkrankte mit starken Schmerzen können daher noch nicht von der Gesetzesänderung profitieren — so lautet das Resümee nach den ersten Monaten seit der Gesetzesänderung.

Hohe Kosten als Hinderungsgrund

Die Kosten für die Cannabis-Präparate sind durch den Import und die anschließende Aufbe­reitung in den Apotheken sehr hoch, wodurch es für die Ärzte bei der Verschreibung zu einem Überschreiten der Budgets kommen kann. Zudem ist der bürokratische Aufwand hoch. Bisher haben 1000 Patienten die Sondergenehmigung für medizinisches Cannabis erhalten, das vom zuständigen Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben wird. Canna­bis kommt nur dann in Betracht, wenn alle anderen Behandlungswege ausgeschöpft sind.

Ökoworld fördert Produktion von Cannabis

Um die Versorgung mit Cannabis-Präparaten voranzutreiben, hat das Unternehmen ÖKOWORLD AG kürzlich das britische Pharmaunternehmen GW Pharmaceuticals, das weltweit führend in der Medizinforschung mit Cannabis ist, in seinen Anlagefonds ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC aufgenommen. Die Forschung der britischen Firma fokussiert sich auf Erkrankungen des Zentralen Nervensystems und seltene Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die ÖKOWORLD AG ist ein führendes Unternehmen im Bereich ethisch-ökologische Kapitalanlagen. Der Vorstandvorsitzende Alfred Platow begründet die Aufnahme mit dem positiven Nutzen für schwer kranke Patienten in der Schmerztherapie und möchte sich für die Legalisierung von Drogen in der Medizin einsetzen.

Verstärkter Cannabisanbau ab 2019 in Deutschland

Ab 2019 soll Cannabis in Deutschland ganz offiziell angebaut werden, und zwar durch die neue Cannabisagentur des Bundes. Die Mengen sollen dabei kontinuierlich steigen. Für das Jahr 2021 und 2022 ist die Ernte von je 2000 Kilogramm Cannabis geplant. Damit könnten 5500 Patienten versorgt werden, die täglich ein Gramm Cannabis zu sich nehmen. Die Versorgungslage dürfte sich dann bessern. Die Wirksamkeit der Substanz selbst ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Verlässliche Studien sind selten, über die Anwendungsgebiete herrscht keine Einigkeit. Mehr Anwender werden jedoch auch zu verlässlicheren Erkenntnissen führen.

Redaktion

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2017-09-20T20:41:17+00:00 4. Juli 2017|Allgemein|