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bpb-Datenreport 2016: Bildung relevant für Gesundheit

Die Bildung eines Menschen hat dem Datenreport 2016 der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zufolge signifikanten Einfluss auf dessen Gesundheit. Und das nicht nur im Hinblick auf kostenintensive Therapien: Bildung hat direkten Einfluss auf Gesundheitswissen und Handlungskompetenzen, darauf wie mit Belastungen und gesundheitlichen Problemen umgegangen wird, aber auch auf gesundheitsfördernde oder -schädigende Verhaltensweisen. Kurz: Die Statistik legt einen direkten Zusammenhang zwischen guter Gesundheit und einem relativ hohen Bildungsstand nahe.

Einfluss auf Erkrankungen

Dem angeführten Datenreport 2016 liegt u.a. die GEDA-Studie 2012 (PDF) zugrunde. GEDA steht hierbei für „Gesundheit in Deutschland aktuell“. Sie besagt, dass über alle Altersgruppen hinweg Personen mit verhältnismäßig niedriger Bildung vielfach häufiger durch chronische Erkrankungen im Alltag eingeschränkt sind als Personen mit mittlerer oder hoher Bildung. So liegt das Risiko für sogenannte funktionelle Einschränkungen bei Männern mit niedriger Bildung 3,2-fach höher als bei höher gebildeten Männern. Bei Frauen mit niedriger Bildung ist dieses Risiko im Vergleich zu hochgebildeten Frauen um das 2,6-fache erhöht.

Ein ähnlicher Zusammenhang konnte in Bezug auf Schmerzen festgestellt werden. Laut Studie war das Risiko, an starken körperlichen Schmerzen zu leiden, bei Männern mit niedriger Bildung um das 2,6-fache erhöht, bei Frauen um das 2,5-fache.

Bildungsgrad – Bedeutung für das Gesundheitswissen

Einen deutlichen Einfluss hat der Bildungsgrad beispielsweise auf die Gesundheitskenntnisse der Befragten, aber auch auf gesundheitsförderndes Verhalten und die Bewältigung von Krankheiten. So rauchen Personen mit niedriger Bildung der GEDA-Studie zufolge deutlich öfter als Personen mit mittlerer oder hoher Bildung, sie hören seltener und später mit dem Rauchen auf und gefährden damit häufiger ihre Gesundheit. Zugleich sind Personen mit höherer Bildung öfter sportlich aktiv. Dies trägt wiederum aktiv zur Gesunderhaltung bei. Darüber hinaus kennen Personen mit höherer Bildung eher die Anzeichen für lebensbedrohliche Situationen (z.B. Schlaganfall) und nehmen eher an wichtigen Weiterbildungen wie z.B. Diabetikerschulungen teil, was erheblich zu einer guten Bewältigung chronischer Erkrankungen im Alltag beiträgt.

Präventionsangebote vor allem von höher Gebildeten genutzt

Auch in Sachen Prävention haben Höhergebildete die Nase vorn. Sie nutzen eher Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsangebote zur Erhaltung oder Steigerung ihrer Gesundheit. Auffällig ist, dass Personen mit geringer Bildung entsprechende Angebote selbst dann nicht oder kaum nutzen, wenn sie kostenlos verfügbar sind; etwa als Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. In der Folge liegt die Lebenserwartung bei Personen mit mittlerer und hoher Bildung tendenziell höher als bei Personen mit verhältnismäßig geringer Bildung.

2017-10-13T10:18:25+00:00 26. Januar 2017|Gesetzlich, Gesundheit, Testberichte|