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Blutsauger als Krankheitsüberträger – Wie sich Naturliebhaber am besten schützen

Beißende oder stechende Insekten und Spinnentiere können nicht nur einen Ausflug in die Natur zur Tortur machen, sie gelten auch als Überträger gefährlicher, zum Teil seltener Krankheiten. Nach milden Wintern scheinen vor allem Zecken-Populationen zu erstarken. Damit einher geht ein erhöhtes Risiko für Zeckenstiche – und für folgenschwere Erkrankungen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Grund genug für Naturfreunde, sich spätestens zum Beginn der Outdoor-Saison über FSME-Risikogebiete (siehe PDF) zu informieren und sich bei Aufenthalten in Zeckengebieten konsequent zu schützen.

Anti-Zecken-Mittel oder Impfung?

Gegen die lästigen Blutsauger ist zwar kein Kraut gewachsen, der Handel bietet allerdings eine Vielzahl an Abwehrsprays, die durchaus empfehlenswert sind. Einem aktuellen Test der Stiftung Warentest zufolge punkten zehn von vierzehn Produkten über einen Zeitraum von mindestens sechs Stunden mit einem guten Schutz vor Zecken und Mücken. Leider können aber alle Produkte im Test zu Haut- und Augenreizungen führen. Die Tester empfehlen daher, Abwehrsprays nur gezielt anzuwenden und Produktreste nach dem Aufenthalt im Freien abzuwaschen.

Wer in Zeckengebieten lebt oder z.B. berufsbedingt viel Zeit auf Feldern und in Wäldern verbringt, ist mit einer Impfung als Schutz vor Zecken in der Regel am besten beraten. In vielen Fällen werden die Kosten dafür von den Krankenkassen (Liste aller Kassen) oder als Maßnahme der Arbeitssicherheit vom Arbeitgeber übernommen. Der volle Impfschutz muss in drei Etappen über einen Zeitraum von 12 Monaten aufgebaut werden. Die Auffrischungsimpfung ist alle drei bis fünf Jahre fällig.

FSME: Im Notfall zum Spezialisten

Nicht jeder Zeckenstich bedeutet eine Infektion mit einer schweren Krankheit, sollte aber in jedem Fall beobachtet und behandelt werden. Zeigen sich im Nachhinein erste Krankheitssymptome wie grippeähnliche Beschwerden oder ein sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitender roter Fleck (Wanderröte), ist schnelles Handeln gefragt. Das Ulmer Zentrum für seltene Erkrankungen, das u.a. eine Spezialsprechstunde für die Differentialdiagnostik entzündlicher ZNS-Erkrankungen anbietet, ist dabei ein zuverlässiger Ansprechpartner. Insbesondere, weil auch andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie zum Beispiel die Multiple Sklerose (MS) mit ähnlichen Symptomen einher gehen können, ist eine differenzierte Analyse wichtig für die Patienten. Nur so können die richtigen therapeutischen Maßnahmen eingeleitet und angewendet werden.

Forschung bringt Hoffnung auf neuartige Therapien

Ein neuer Sonderforschungsbereich an der Universität Ulm, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), beschäftigt sich mit der Erforschung körpereigener Substanzen, die gegen Krebs und schwere Infektionen ihren Einsatz finden sollen. HIV, Zika oder Herpes, alles Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, sollen so künftig durch neuartige Medikamente und Therapien vor allem ohne starke Nebenwirkungen behandelt werden können. Manche dieser aus Eiweißen bestehenden winzigen Bausteine des Körpers, Peptide genannt, sind offenbar in der Lage, die Abwehr des menschlichen Immunsystems zu steigern, so die Wissenschaftler. Vielleicht gehört dann eines Tages auch die FSME zu den Krankheiten, die mit körpereigenen Wirkstoffen behandelt werden kann. Bislang ist die Therapie eher darauf ausgerichtet, die Symptome zu behandeln. Bei einem ungünstigen und langanhaltenden Verlauf, kann es zu einer, zumindest vorübergehenden, Berufsunfähigkeit kommen. Für die Anerkennung gilt die Berufskrankheiten-Verordnung Nr. 3102 (PDF) der Berufsgenossenschaften: Das sind die von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheiten.

Tipps zum Schutz vor Zecken beachten

Vorbeugen ist besser als heilen – im Idealfall ist die Hilfe der Ulmer Spezialisten gar nicht notwendig. Die tückischen Blutsauger lassen sich nicht nur durch ein Repellent abwehren – schon die richtige Kleidung und verantwortungsvolles Verhalten helfen, Zeckenstiche zu vermeiden. Zu den Klassikern unter den Anti-Zecken-Tipps zählen helle, möglichst einfarbige und lange Kleidung, das Einstecken von Hosenbeinen, Hemden und Shirts und die Nutzung von vorhandenen Wegen statt Querfeldeinläufen. Regelmäßige Checks aller sichtbaren Hautbereiche und eine abschließende, gründliche Untersuchung sorgen zusätzlich für Sicherheit. Übrigens: Zeckenforscher tragen in Zeckengebieten Gummistiefel, um Stichen vorzubeugen.

2017-10-13T09:11:00+00:00 10. Juli 2017|Gesundheit, Sport, Vorsorge|