„Babylotsen“ unterstützen Familien und Mütter von Anfang an

Viele werdende Eltern haben einen besonderen Beratungsbedarf oder benötigen Hilfe und Unterstützung rund um die Geburt ihres Kindes. Für diese Familien gibt es in Frankfurt am Main beispielsweise das Projekt „Babylotse“(PDF). Die speziell dafür ausgebildeten Fachkräfte ermitteln mögliche Probleme und stehen den Familien dann hilfreich zu Seite. Realisiert wird das Projekt unter anderem durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und die Stadt Frankfurt.

Unterstützung unmittelbar nach Geburt

In Frankfurt werden jedes Jahr rund 11.000 Kinder geboren. Nach Erfahrungen aus anderen Großstädten kann davon ausgegangen werden, dass rund ein Drittel der Familien einen erhöhten Beratungsbedarf und besondere Hilfen benötigt. Das sind 2.500 Familien pro Jahr.

Obwohl es bereits verschiedene Angebote für frühe Hilfen nach der Geburt und die anschließende Elternzeit gibt, nehmen viele Familien diese nicht wahr. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie sich in besonders belastenden Situationen befinden. Hier wollen die Babylotsen Abhilfe schaffen. Derzeit sind die Fachkräfte an fünf Frankfurter Geburtskliniken im Einsatz: Im Bürgerhospital, im Klinikum Frankfurt Höchst, am Universitätsklinikum Frankfurt, im Hospital zum heiligen Geist sowie im Krankenhaus Nordwest.

Wie die Frankfurter Babylotsen vorgehen

Die Babylotsen nehmen ihre Aufgabe in drei Schritten vor: Erkennen, Klären, Vernetzen. Hinter Schritt 1, dem Erkennen, verbirgt sich Folgendes: Zunächst einmal wird der eventuelle Hilfebedarf der Familien ermittelt. Dafür kommt ein strukturierter Anhaltsbogen zum Einsatz, mit dem Probleme identifiziert werden können. Durch die systematische Vorgehensweise werden alle möglichen Probleme erfasst, viele der Risikofaktoren sind jedoch ohnehin bekannt. Ziel ist es, so früh wie möglich belastende Faktoren ausfindig zu machen.

Schritt 2, das Klären: Die Babylotsen suchen das persönliche Gespräch, um die benötigten Hilfen genau ermitteln zu können. Gerade Mütter sind es häufig nicht gewohnt, nach ihrer Verfassung gefragt zu werden. Sie wissen jedoch selbst am besten, an welchen Punkten sie Hilfe benötigen. Einfühlsames Fragen bringt die Probleme ans Licht.

Schritt 3, das Vernetzen: Das ist der letzte Schritt, den die Babylotsen zu gehen haben. Er bezieht sich darauf, geeignete Hilfen und Anlaufstellen in der Umgebung der Familie zu empfehlen. Oft wissen die Familien nicht, welche Hilfen ihnen zustehen, oder wo sie diese finden können. Durch die Informationen über Unterstützungsangebote in der Nähe des Wohnorts sinkt die Schwelle der Familien, sich weiterhin beraten und helfen zu lassen.

Ziel des Projektes ist der Aufbau einer Datenbank mit Unterstützungsangeboten aus dem näheren Umkreis, um möglichst vielen Eltern die benötigte Hilfe vermitteln zu können. Ein weiteres Beispiel: Die Babylotsen in Hamburg sind bereits seit 2007 im Einsatz. In Frankfurt wird ihre Arbeit vom Deutschen Kinderschutzbund, Bezirksverband Frankfurt am Main e.V. verwirklicht.

2017-05-19T16:09:37+00:00 24. Februar 2017|Allgemein|