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Augengrippe: Bindehautentzündung im Umlauf

Die Grippe geht in Deutschland um, genauer gesagt: die Augengrippe. Was aussieht wie eine herkömmliche Bindehautentzündung, kann Betroffene bis zu vier Wochen erheblich belasten. In Bonn sind mittlerweile mehr als 100 Fälle gemeldet. Die Erkrankung ist zwar in der Regel lokal begrenzt, taucht aber immer wieder in aggressiver Form auf. So erkrankten im Ruhrgebiet vor fünf Jahren 207 Menschen nach dem Besuch einer Augenklinik in Bottrop. Umso wichtiger ist es, sich der Ansteckungsgefahr bewusst zu sein und eine Infektion so weit wie möglich zu vermeiden.

Hoch ansteckend und gern unterschätzt

Mit einer Grippe (Influenza) hat die Augengrippe (Keratoconjunctivitis epidemica) auf den ersten Blick nichts zu tun. Auf den zweiten Blick zeigen sich jedoch einige Gemeinsamkeiten: Wie bei der Influenza wird die Augengrippe von Viren ausgelöst. Die Krankheit gilt als hoch ansteckend und ist in Deutschland meldepflichtig. Medikamente gegen die Augengrippe gibt es nicht: Betroffene müssen den Krankheitsverlauf abwarten und können lediglich einige Symptome wie das Jucken und Tränen mit Augentropfen und Salben lindern. Aufgrund der relativ langen Inkubationszeit von 7-10 Tagen und der Ähnlichkeit zur durch Bakterien ausgelösten Bindehautentzündung, wird die Augengrippe von Betroffenen gern unterschätzt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Bindehautentzündung verläuft die Augengrippe jedoch meist schwerer und klingt erst nach 2-4 Wochen von selbst ab.

Sehschäden sind mögliche Spätfolgen

Aber nicht nur der Verlauf und die Krankheitsdauer sollten Betroffene dazu bewegen, in jedem Fall einen Augenarzt aufzusuchen. Eine Nebenwirkung der Augengrippe sind Hornhauttrübungen, die zu Sehstörungen ebenso führen können wie zu Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit. In schweren, aber eher seltenen Fällen kann die Hornhauttrübung von Dauer sein.

Vorbeugen durch richtige Hygiene

Die Augengrippe ist auch deshalb so gefährlich, weil Betroffene die Krankheit von Beginn an per Schmierinfektion übertragen können – auch wenn sie selbst noch keine Symptome verspüren. Umso wichtiger ist es, vorsorglich verstärkt auf Hygiene zu achten, wenn erste Fälle der Augengrippe in der eigenen Region auftauchen. Da die Krankheitserreger, die sehr aggressiven und unempfindlichen Adenoviren, bei Raumtemperatur bis zu vier Wochen lang stabil bleiben, ist es wichtig, insbesondere Kontaktflächen wie Tischplatten, Griffe, Tastaturen oder Telefone regelmäßig und gründlich zu reinigen. Gleichzeitig empfehlen Mediziner, den Kontakt mit Betroffenen für die Zeit der Erkrankung zu vermeiden, häufig und gründlich die Hände zu waschen und nach Möglichkeit Kontakt mit den Augen zu meiden.

2017-10-13T13:13:08+00:00 7. November 2016|Gesundheit, Vorsorge|