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AOK Bremen/Bremerhaven senkt Zusatzbeitrag 2018 deutlich

Die AOK Bremen/Bremerhaven hat aktuell etwa 250.000 Versicherte. Diese werden im Jahr 2018 durch sinkende Beiträge finanziell entlastet. Der Beitragssatz soll mit Beginn des Jahres 2018 von 15,7 auf 15,4 Prozent gesenkt werden. Während viele Kassen in den vergangenen Jahren ihre Beiträge nach oben korrigiert haben, ist diese Nachricht der AOK eine gute Neuigkeit für die Versicherten.

AOK senkt als erste Kasse die Beiträge

Die genannte AOK folgt dabei der Bekanntgabe des Bundesgesundheitsministeriums, welches eine Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages für 2018 angekündigt hat. Sie ist damit die erste Kasse in Deutschland, die diesen Trend einleitet. Die Senkung des Beitrages um 0,3 Prozentpunkte der Beiträge wird sich für die Versicherten schon im Januar auf dem Konto bemerkbar machen. Bei einem monatlichen Bruttoverdienst von rund 3500 Euro kann ein Versicherter 2018 allein durch die Senkung beim Krankenkassenbeitrag circa 125 Euro im Jahr sparen. Für die AOK Bremen/Bremerhaven bedeutet dies, dass sie auf insgesamt 15 Millionen Euro weniger Einnahmen verzichtet. Gleichzeitig sollen die Leistungen beibehalten und sogar ausgebaut werden. Als Begründung für die angekündigte Beitragssenkung führt der Vorstand der AOK Bremen/Bremerhaven die bisher erwirtschafteten Überschüsse an. Hauptsächlich viele junge Versicherte, die vergleichsweise geringe Leistungen beanspruchen, hätten für dieses Resultat gesorgt.

AOK will um neue Mitglieder werben

Die AOK will mit diesem Schritt nach vorne auch neue Mitglieder anwerben. Die Leistungen sollen ausgeweitet werden und dabei vor allem Jüngere ansprechen. So plant die AOK, in Zukunft Impfungen für Reisen ins Ausland und eine zweite professionelle Zahnreinigung pro Jahr zu übernehmen. Während die AOK also mit besseren Leistungen und niedrigeren Beiträgen in die Offensive geht, werden andere Kassen in den kommenden Wochen ihre Entscheidung treffen müssen. Gesetzliche Krankenkassen (Liste) wie die TK und die Barmer planen einen stabilen Beitrag auch in 2018. Die Handelskrankenkasse (hkk) – die bislang günstigste deutschlandweit agierende Kasse – will ebenfalls ihren bereits niedrigen Beitrag beibehalten.

Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung

Senkungen der Krankenkassenbeiträge kommen trotz der guten Konjunktur und der Mehreinnahmen nicht zwingend für alle Krankenkassen in Frage. Auch wenn die Lage insgesamt sehr gut erscheint, müssen einzelne Kassen im Laufe des Jahres 2018 ihre Beiträge möglicherweise erhöhen. In der Vergangenheit traf dies überwiegend auf kleinere gesetzliche Krankenkassen zu. Verbraucher sollten daher das Schreiben ihrer Kasse ganz genau lesen, denn in dem Fall einer Erhöhung des Beitrags steht ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Die HEK (Test)  wurde bereits im Sommer vom Landgericht Hamburg rechtskräftig verurteilt, weil sie diese Information ihren Versicherten gegenüber zum Jahreswechsel 2015/2016 verschleiert dargestellt hatte. Die Verbraucherzentrale Hamburg (Urteil als PDF) hatte dagegen geklagt und das Verfahren gewonnen. Wenn die Kasse ihre Mitglieder explizit auf § 175 Abs. 4 S. 6 SGB V verweist, können sie sicher sein, dass diese nach der vorgeschriebenen Gesetzeslage handelt und sie nicht getäuscht werden.

2017-11-08T11:12:45+00:00 3. November 2017|Gesetzlich, Gesundheit, Lokal, Recht, Versicherung|