Anpassungen in der Pflegezusatzversicherung: Umstellung auf Pflegegrade ab 2017

Das Pflegestärkungsgesetz II, das zum 1. Januar 2017 in Kraft treten wird, wirkt sich auch auf private Pflegezusatzversicherungen aus. Und das, obwohl es der Gesetzgeber eigentlich versäumt hat, verbindliche Regelungen für diese Vorsorgeprodukte festzulegen. In den meisten Fällen heißt es: Die Regelungen für die gesetzliche Pflegeversicherung gelten als Leitfaden und Orientierung für die Zusatzversicherungen.

Umstellung erfolgt zum Teil vorab

Für die Versicherten sind das zunächst einmal gute Nachrichten: Sie müssen sich in der Regel nicht um Neueinstufungen bei einer bereits bestehenden oder drohenden Pflegebedürftigkeit bemühen. Stattdessen wandeln die Versicherer die bestehenden Pflegestufen in die neuen Pflegegrade um. Einige Anbieter, wie z.B. die Allianz, gehen sogar einen Schritt weiter und haben ihre Versicherungsbedingungen schon jetzt an die ab dem nächsten Jahr geltende Gesetzeslage angepasst. Die Universa garantiert eine automatische Umstellung ihrer Tarife, ohne dass eine Gesundheitsprüfung stattfinden muss.

Automatische Einstufung berücksichtigt Alltagskompetenz

So komfortabel die automatische Umwandlung ist, eine Besonderheit birgt sie doch. Denn nicht alle Einstufungen in die neuen Pflegegrade wirken sich positiv auf die Versicherten aus. Ursache dafür ist ein neuer Bewertungsansatz der Versicherer, übernommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Der bewertet körperliche Beeinträchtigungen unter dem Stichpunkt Mobilität künftig nur noch mit 10 Prozent bei der Berechnung der Pflegebedürftigkeit. Mehr in den Mittelpunkt rückt die Alltagskompetenz. Für die private Pflegezusatzversicherung bedeutet das: Das volle Tagesgeld, mit dem für den Pflegefall angespart wird, wird nur dann ausgezahlt, wenn neben körperlichen auch psychische Leiden oder z.B. eine Demenzerkrankung vorliegen.

Höhere Beiträge wahrscheinlich

Der große Vorteil des neuen Gesetzes liegt darin, dass der Pflegebegriff erweitert wird, was mehr Menschen Zugang zur gesetzlichen Pflegeversicherung zugesteht. Mehr Leistungsempfänger bedeuten allerdings Mehrkosten für die Versicherer. Sie könnten die Ursache für künftig steigende Beiträge sein. Deshalb auf eine Pflegezusatzversicherung zu verzichten, ist dennoch keine Option: Schon heute klafft zwischen staatlichen Leistungen plus privater Vorsorge einerseits und den Kosten für Pflegebedürftige andererseits eine Versorgungslücke.

2017-05-19T16:09:47+00:00 18. November 2016|Allgemein|