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Alzheimer: Fortschritte in der Forschung – Experten fordern Umdenken in der Pflege

Nach wie vor sind Demenzerkrankungen wie Alzheimer unheilbar. Die Technische Universität München (TUM) kann jedoch einen neuen Erfolg in der Alzheimer-Forschung vermelden. Eine neue Substanz kann dabei helfen, die Gehirnfunktion zu verbessern. Ein genauer Auslöser der Krankheit ist nach wie vor nicht bekannt. Doch Experten vermuten, dass sich im Gehirn von Alzheimer-Erkrankten mehr Eiweiß anhäuft, als dies bei Nicht-Erkrankten der Fall ist. Durch die größere Menge verklumpt das Protein, was zur Folge hat, dass die Nervenzellen geschädigt werden und der Betroffene an Symptomen wie Gedächtnisverlust, Orientierungslosigkeit oder Verwirrtheit leidet.

Verbesserung der Nervenzellen-Aktivität

Die TUM hat nun einen Inhibitor nachweisen können, der dafür sorgt, dass die Menge des Amyloid verringert werden kann. Dadurch ist es möglich, die normale Nervenzellen-Aktivität wieder herzustellen, und die Leistungsfähigkeit des Gehirns wieder deutlich zu verbessern. Wichtig ist laut dem Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Neurowissenschaften der Technischen Universität München, Dr. Dr. Marc Aurel Busche, dass die Behandlung möglichst früh angesetzt wird.

Aufgrund des Erfolgs in der Alzheimer-Forschung ist nun eine entsprechende Studie mit etwa 1.000 Teilnehmern geplant. Dort soll der leicht abgewandelte Hemmstoff erstmals bei Menschen angewendet werden. Die Forscher hoffen sehr, dass sich die Entdeckungen, die sich beim Tiermodell so vielversprechend ergaben, auch auf Menschen übertragen lassen.

Änderung der Einstellung zu Demenzerkrankten

Inzwischen sind etwa 1,6 Millionen Bundesbürger von einer Demenzerkrankung betroffen, weltweit sind es laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. rund 46 Millionen Menschen – Tendenz steigend. Immer wieder zeigt sich, dass einige Pflegeheime mit ihren Alzheimer-Erkrankten Bewohnern überfordert sind und die Pflegebedürftigen aufgrund von Aggressivität zu häufig Psychopharmaka erhalten und oftmals fixiert werden. Es gebe bei vielen Pflegenden immer noch den Irrglauben, dass der Patient durch die Fixierung geschützt wird. Experten fordern hier längst ein Umdenken. Vor einem Jahr haben sich die Alzheimer Gesellschaften bei einem Symposium im Landtag in Düsseldorf gegen eine Fixierung der Demenzerkrankten ausgesprochen. Die Freiheit einschränkende Maßnahmen sollten so weit wie möglich vermieden werden, sagte damals auch der heutige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet.

Welt-Alzheimertag: Aufklärung zur Krankheit

Um auf die verschiedenen Formen und Ausprägungen der Krankheit aufmerksam zu machen, findet jährlich am 21. September der Welt-Alzheimertag statt. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Demenz. Die Vielfalt im Blick“. Unterstützung erhalten die Selbsthilfegruppen und Alzheimer Gesellschaften von der Londoner Dachorganisation Alzheimer’s Disease International. In Deutschland werden regional zahlreiche Veranstaltungen, wie z.B. Benefizkonzerte, Vorträge oder Tagungen, rund um das Thema Demenz und Alzheimer vorbereitet. Da Alzheimer bis heute nicht heilbar ist und in den meisten Fällen zu Pflegebedürftigkeit führt, ist es wichtig sich zu informieren und rechtzeitig vorzusorgen: Die Sicherstellung der Pflege durch einen Angehörigen, eine Vorsorge-Vollmacht für die pflegende Person und eventuelle Kosten für das Pflegeheim sind einzuplanen. Um eine sogenannte Finanzierungslücke zu verhindern, kann der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung sinnvoll sein, da die gesetzliche Pflegeversicherung  nur einen gewissen Teil der Kosten für einen Platz im Heim übernimmt.

 

2017-10-17T13:39:35+00:00 16. August 2017|Gesundheit, Versicherung, Vorsorge|