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Allianz für Gesundheit gegründet: Lernen wir Gesundheit zukünftig in der Schule?

Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat eine Initiative für mehr gesundheitliche Kompetenz ins Leben gerufen. Mit der Allianz für Gesundheit soll es Bürgern in Zukunft leichter fallen, Informationen über gesundheitliche Themen zu finden und zu bewerten. Damit soll ein gesunder Lebensstil nicht nur gefördert werden, auch einem solchen Lebensstil entsprechende Entscheidungen können einfacher getroffen werden.

Bildungsstand zum Thema Gesundheit unzureichend

Laut einer Studie der Universität Bielefeld verfügen etwa 54 Prozent der Menschen in Deutschland nur über eine eingeschränkte Kompetenz in gesundheitlichen Belangen. Diese Statistik anzugehen ist das Ziel von Hermann Gröhe, der unter der „Allianz für Gesundheit“ verschiedene bedeutende Institutionen vereint hat. Das Bundesministerium für Gesundheit und die Gesundheitsministerkonferenz der Länder arbeiten hierbei unter anderem mit der Bundesärztekammer, der deutschen Krankenhausgesellschaft und weiteren wichtigen Partnern zusammen. Um diese Ziele umzusetzen, stellt man sich vor, das Thema der Gesundheitskompetenz auf Bildungs- und Lehrpläne zu setzen. Angefangen bei Kindertagesstätten, über Schulen bis hin zu Institutionen zur Weiterbildung. Doch noch besteht bei gewissen Fragen Uneinigkeit.

Gesundheit fächerübergreifend an Schulen lehren

Während Gröhe etwa die Einführung eines gesonderten Schulfachs für Gesundheitskompetenz bevorzugt, werden andere Stimmen laut, die sich eher eine Stärkung des Themas innerhalb des etablierten Curriculums wünschen. Man geht jedoch insgesamt davon aus, dass die Schule einen passenden Startpunkt für mehr gesundheitliche Kompetenz darstellt.

Auch bei unseren Nachbarn in der Schweiz ist die Gesundheit Thema und längst Bestandteil des Alltages. So liegt der Schwerpunkt an der Kantonschule Zug in zahlreichen Unterrichtsfächern auf der Gesundheit. Die größte Schule im Kanton zählt mehr als 1600 Schüler. Auf dem Lehrplan: Gesundheit! Das Gymnasium vermittelt unter anderem in den Fächern Sport und Hauswirtschaft die Zusammenhänge zwischen Bewegung und Gesundheit, sowie Inhaltsstoffen und einer gesunden Ernährung und kommt damit dem Gedanken der Allianz für Gesundheitskompetenz gleich, das Thema stärker in die Lehrpläne der Schulen zukünftig zu integrieren.

Weitere Ziele der Allianz für Gesundheitskompetenz

Auch das Aufbereiten von Fachwissen steht auf dem Programm. Die Plattform „Was hab ich?“ übersetzt Fachinformationen etwa in eine allgemeinverständliche Sprache, um so medizinisches Wissen und Daten besser zu vermitteln. So sollen auch Patienten besser informiert die Entscheidung für einen gesunden Lebensstil treffen können. Dabei sei es wichtig, dass die Informationen zwar verständlich aber dennoch wissenschaftlich abgesichert sind. Auch in Krankenhäusern ist die Ermittlung derjenigen Patienten von Bedeutung, die eine bessere Informationsvermittlung benötigen. Die Mithilfe der Pflegekräfte auch in diesem Bereich ist von großer Bedeutung. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWIG) wurde damit beauftragt bis 2018 ein Konzept für ein „nationales Gesundheitsportal“ zu entwickeln, welches Gesundheitsinformationen verständlich und wissenschaftlich aufbereitet zur Verfügung stellt.

2017-12-04T10:35:52+00:00 1. Dezember 2017|Gesetzlich, Gesundheit, Vorsorge|