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Alles Bio – Immer mehr Menschen legen Wert auf biologische Produkte

Bio ist inzwischen in vieler Munde. Jedes Jahr gibt der Deutsche im Durchschnitt 120 Euro für seine Bio-Lebensmittel aus, Tendenz steigend. Während sich die Biobranche auf die Zukunft freut, ist die Landwirtschaft bei diesem Boom immer noch weitgehend außen vor.

Immer mehr Biogüter werden umgesetzt

Alleine im Jahr 2017 wurden in Deutschland mehr als zehn Milliarden Euro durch Biowaren umgesetzt. Das entspricht einem Umsatzplus zum Vorjahr von 5,9 Prozent und macht einen Marktanteil von fünf Prozent aus. Der Trend zeigt ganz klar, dass immer mehr Menschen Bio-Lebensmittel bevorzugen. Die Umwelt soll gestärkt, die Gesundheit der Familie gefördert und die Tierhaltung verbessert werden. Parallel zu dieser Entwicklung bedeutet das Geschäft mit Bio-Lebensmitteln für viele Landwirte einen beruhigenden Blick in die Zukunft. Trotzdem sahen sich alleine im vergangenen Jahr etwa 7.600 Landwirtschaftsbetriebe dazu gezwungen, ihren Betrieb aufzugeben. Im Gegenzug stiegen jedoch 2.042 klassische Landwirte auf die Biolandwirtschaft um.

Preise und Vertrauen halten viele vom Kauf ab

Trotz der steigenden Zahlen für den Verzehr von Bio-Lebensmitteln, geben noch immer knapp 46 Prozent junger Erwachsener an, fast nie Bio zu kaufen. Häufigster Grund: Der Preis. Mehr als die Hälfte gesteht, dass dieser sie zumeist vom Kauf abhalte. Erschwerend hinzu kommt, dass auch das Vertrauen in das Bio-Siegel selbst nicht vorhanden ist. Viele zweifeln daran, dass biologische Lebensmittel tatsächlich einen Mehrwert für Umwelt und Gesundheit mit sich bringen. Das EU-weit geschützte Siegel bekommt nur, wer beim Anbau von Bio-Lebensmitteln klare Vorschriften einhält, so etwa auf chemische Düngemittel oder Gentechnik verzichtet und den Fokus auf eine artgerechte Tierhaltung legt.

Reformation der Agrarpolitik gefordert

Wird heute die exportorientierte Agrarindustrie von der Politik noch gefördert, werden immer mehr Stimmen nach einer Reform für die europäische Agrarpolitik laut. Der Überlebenskampf der Landwirte wirkt sich unter anderem stark auf die heimischen Pflanzen- und Tierarten aus. Diese sind mittlerweile rückläufig und auch die artgerechte Tierhaltung bleibt weiter auf der Strecke. Zurzeit bekommen Landwirte aus der EU etwa 55 Milliarden Euro im Jahr aus Brüssel. Allerdings erfolgt die Förderung ohne Verteilung von Umweltauflagen.

Bis zum Jahr 2030 soll in Deutschland eine prozentuale Fläche von 20 Prozent der ökologischen Landwirtschaft zugeschrieben werden. Im Hinblick auf die deutsche Ernährungs- und Landwirtschaft wäre das ein wahrer Meilenstein.

GroKo hat große Pläne für die Zukunft

Ob Bio-Lebensmittel, Nachhaltigkeit oder ökologische Landwirtschaft – ausgehend vom Koalitionsvertrag kommen einige Baustellen auf die Politiker zu. Dazu zählen unter anderem die Aufklärung über gesunde Lebensmittel. Immer wieder wird gefordert, dass viele Produkte weniger Salz, Zucker oder Fett enthalten sollten. Aber auch die Stärkung von ländlichem Raum, Gentechnik, der Glyphosat-Ausstieg und das Wohl der Tiere stehen im Fokus. Diese Punkte sind elementar und gelten als Voraussetzung für einen erfolgreichen Umbruch in der Landwirtschaft und der Ernährung. Des Weiteren sollen Pestizide reduziert und eine Haltungskennzeichnung für Fleisch- und Fleischprodukte (PDF) eingeführt werden. Letzteres soll dafür sorgen, dass Verbraucher bei ihrem Einkauf besser erkennen können, ob das Fleisch das Produkt artgerechter Tierhaltung ist. Das hat sowohl mehr Transparenz, als auch eine verbesserte Orientierung beim Einkaufen zur Folge. Die Politik sieht sich außerdem in der Pflicht, Initiativen für nachhaltige und entwaldungsfreie Lieferketten (PDF) zu unterstützen. Mit dem Aktionsplan „In FORM“ soll eine gesunde Ernährung zukünftig gefördert werden.

2018-03-12T15:01:07+00:006. März 2018|Ernährung, Gesundheit, Politik|