Eine aktuelle Studie aus dem ersten Halbjahr 2019 beschäftigte sich mit dem Gesund­heits­zustand der Mitarbeiter in verschiedenen Branchen. Eine Krankenkasse kam zu dem Ergebnis, dass drei Berufszweige einen besonders hohen Krankenstand aufweisen. Ein großer Anteil davon ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen.

Industrie, Handel und Pflege besonders betroffen

Die Kaufmännische Krankenkasse KKH wertete die Daten der befragten Versicherten aus und stellte eine höhere Belastung für Angestellte in der Industrie, Pflege und im Handel fest. Demzufolge seien diese Berufsgruppen auch am häufigsten krankge­schrieben. Im ersten Halbjahr 2019 wurden die meisten Arbeits­unfähig­keits­bescheinigungen für Mitarbeiter in der Kraftfahrzeugbranche und im Handel ausgestellt, die häufig verletzungsbedingt ausfielen. Dienstleister, Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sowie im Verkehrs- und Lagerbereich liegen mit den Krank­schreibungen im Mittelfeld. Pädagogen, Wissenschaftler und Freiberufler zeigten die wenigsten Krankheitsausfällen.

Bayern insgesamt am gesündesten

Betrachtet man Deutschland im Gesamten, dann scheinen die Arbeitnehmer in Bayern am gesündesten: Hier kamen im Durchschnitt nur 13,5 Krankheitstage im ersten Halbjahr zusammen. Somit führt der Freistaat innerhalb Deutschlands die Rangliste mit den kürzesten Krankheitstagen an. Die wenigsten Angestellten fehlten zudem in Süddeutschland, nämlich mit nur 4,3 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern. Knapp darauf folgt mit 4,1 Prozent Hamburg, wohingegen Sachsen-Anhalt mit 6,5 Prozent die meisten Krankschreibungen zu verzeichnen hatte.

Gesundheitsbranche leidet psychisch

In Bayern blieben die Versicherten am häufigsten wegen psychischer Erkrankungen der Arbeit fern, z.B. wegen Burn-out und Depression. Laut KKH fallen Angestellte bei einem Infekt der Atemwege durchschnittlich für 6,5 Tage aus, bei einer psychischen Erkrankung sind es allerdings rund 39 Tage. Besonders hoch zeigt sich die Rate im Gesundheitswesen. In Pflegeheimen und in Krankenhäusern herrscht häufig eine massive Überbelastung aufgrund geringer Gehälter,  Personalmangel in der Pflege und Druck. Aber auch die Beibehaltung einer positiven Einstellung gegenüber Patienten in Stresssituation, trägt ihren Teil dazu bei, dass psychische Erkrankungen immer weiter zunehmen. Auch im Saarland zählen Burn-out und Depressionen zu den häufigsten Gründen für eine Krankschreibung. Im Durchschnitt gehört das kleine Bundesland mit 17,1 Tagen zu den Ländern mit den längsten Ausfallzeiten.

Unterstützung bei psychischen Erkrankungen

Die Behandlung von psychischen Erkrankungen kann sehr lange dauern und der anschließende Wiedereinstieg in das Berufsleben wird für die Patienten umso schwerer. Es ist wichtig, sich Untersützung an die Seite zu holen und einer erneuten Erkrankung vorzubeugen. Der Verein Hilfe für psychisch Kranke e.V. Bonn/Rhein-Sieg steht den Betroffenen sowie den Angehörigen während und auch nach der Therapie zur Seite. Mit Einzelgesprächen und besonderen Maßnahmen, wie z.B. einem externen Arbeitstraining in Bonn, unterstützt der Verein u.a. die schrittweise Rückkehr in das Arbeitsleben.

Wer sich lieber online und anonym Hilfe suchen möchte, findet möglicherweise in Selfapy den richtigen Partner. Das Online-Programm beinhaltet verschiedene Kurse für Menschen in einer psychischen Krise: Depressionen, Angst & Panik, Stress & Achtsamkeit, Essstörung sowie chronische Schmerzen. In einem Selbsttest können Interessierte prüfen, welcher Kurs der richtige für sie ist. Die erfahrenen Psychologen bei Selfapy arbeiten auf Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie und begleiten die Patienten für 3 Monate. Die Nutzung des Programms ersetzt jedoch nicht die Behandlung beim Facharzt.