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76 Krankenkassen im Test: Das sind die Handelsblatt Testsieger

Die Krankenkassen sind als Körperschaften des öffentlichen Rechts der Erhaltung der Gesundheit ihrer Versicherten verpflichtet. Dabei gelten die vom Gesetzgeber festgelegten Gebote der medizinischen Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit. Trotzdem sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen groß. Schließlich sind sie heute Dienstleister, die untereinander in Konkurrenz stehen, zumal bereits seit 1996 jeder deutsche Bürger seine Kasse frei wählen kann. Die Beitragshöhe ist nur ein Argument im Wettbewerb neben verschiedenen Zusatzleistungen.

Krankenkassen im Vergleich: Das sind die Kriterien

Was eine gute gesetzliche Kasse ausmacht, wollte das Handelsblatt mit dem Deutsches Finanz-Service Institut GmbH (DFSI) herausfinden und hat einen unabhängigen Krankenkassenvergleich durchgeführt. Sie orientierten sich in ihrer Begutachtung an 50 Leistungen, welche von den Versicherten am häufigsten nachgefragt wurden, die aber nicht dem Regelkatalog entsprechen. Der Vergleich umfasste dabei 76 gesetzliche Krankenkassen (Liste) von zur Zeit 112 regionalen und deutschlandweiten Kassen. Unter anderem waren die Angebote für Alternativmedizin oder eine professionelle Zahnreinigung Kriterien in der Untersuchung. Die allgemeine Frage war, welche Kasse am ehesten das anbietet, was der durchschnittliche Versicherte sich wünscht.

Testsieger Krankenkassen nach Kundenorientierung

Selbstverständlich hängt es auch mit der persönlichen Situation jedes einzelnen zusammen, welche Kasse für ihn speziell am vorteilhaftesten ist. Die freiwilligen Satzungsleistungen und Tarife der Kassen bestimmen häufig darüber, welche Kassen die Versicherten bevorzugen. Die Trophäe als beste Krankenkassen auf dem deutschen Markt im Bereich Kundenorientierung können drei mehr oder weniger bekannte Kassen nach Hause tragen. Überraschend hat die bundesweit weniger bekannte Kasse namens HEK (im Test) den ersten Platz belegt. Nur 500.000 Versicherte zählt diese Krankenkasse aus Hamburg. Sie konnte neben vielen Zusatzleistungen auch mit einem etwa 0,1 Prozent niedrigeren Beitrag als dem aktuellen Durchschnittsbeitrag von 1,1 Prozent punkten. Kosten für Naturheilverfahren wie beispielsweise Osteopathie werden von der HEK übernommen. Den zweiten Platz belegte die TK (im Test), welche mit mittlerweile 10 Millionen Versicherten die größte Kasse ist. Den dritten Platz konnte die kleine Actimonda Krankenkasse aus Aachen belegen.

Zusatzleistungen zählen für viele Verbraucher

Gerade die Homöopathie ist ein gutes Beispiel, um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kassen und ihren Leistungen zu erklären. Diese Art von Behandlung wird häufig nachgefragt. Von vielen Experten wird die Homöopathie hingegen eher kritisch gesehen, weil es ihrer Meinung nach keine handfesten Belege für deren Wirksamkeit gibt. Trotzdem berichten sehr viele Patienten von Erfolgen durch Homöopathie. Zahlreiche Krankenkassen reagieren auf die steigende Nachfrage. Sie überzeugen so neue Kunden, die mit Homöopathie bereits gute Erfahrungen gemacht haben und übernehmen die Kosten der homöopathischen Behandlung. Die Nachfrage bestimmt also auch in diesem Bereich letztlich das Angebot.

2017-11-08T15:34:15+00:00 3. November 2017|Gesetzlich, Testberichte, Versicherung|