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40 Jahre Laborbabys – Erfolgsstory Künstliche Befruchtung

Seit nunmehr 40 Jahren gibt es die Möglichkeit, Babys im Labor zu erzeugen. Seit 1978 sind weltweit mehr als acht Millionen Kinder dank einer Fruchtbarkeits­behandlung geboren worden. Die Möglichkeiten haben sich deutlich verbessert, heutzutage liegen die Erfolgschancen bei etwa einem Drittel.

Entwicklungen und Statistiken

Fruchtbarkeitsbehandlungen gehören seit 40 Jahren fest zum Repertoire der Medizin. 2010 erhielt Robert Edwards den Nobelpreis für seine Forschungen zum Thema Fruchtbarkeitsbehandlungen. Insgesamt werden etwa 500.000 Babys im Jahr mit Hilfe von verschiedenen Methoden der Reproduktionsmedizin (Video 59:19) gezeugt. Die Spanier lagen mit fast 120.000 Behandlungen im Jahr 2015 an erster Stelle, während in Russland etwa 110.000, in Deutschland 96.000 und in Frankreich etwa 94.000 künstliche Befruchtungen durchgeführt wurden. In diesen Statistiken erscheinen sowohl In-vitro-Fertilisationen als auch Intrazytoplasmatische Spermien-Injektionen und Eizellenspenden, die allerdings in Deutschland nicht erlaubt sind. Aus etwa 800.000 Behandlungen entstanden im Jahr 2015 in Europa 157.449 Kinder. Leider fehlen allerdings Daten aus verschiedenen Ländern wie zum Beispiel Großbritannien. Trotzdem lässt sich aus diesen Zahlen ableiten, dass mehr als ein Drittel aller Behandlungen erfolgreich verlaufen. Die Chancen stehen bei jüngeren Patientinnen besser als bei älteren. Eine weitere interessante Zahl besagt, dass etwa jedes zehnte Paar Schwierigkeiten bei der Empfängnis hat. Die Statistiken belegen zudem, dass in den vergangenen 40 Jahren die Zahl der Zwillingsschwangerschaften zurück gegangen ist, was auf bessere und genauere Methoden zurückzuführen ist.

Eizellen einfrieren lassen

In manchen Ländern hat sich kürzlich ein Trend zum Einfrieren von eigenen Eizellen entwickelt. Frauen haben dank moderner Technik die Chance ihre Eizellen aufzuheben für den Fall, dass sie später einmal schwanger werden wollen. Eine Statistik aus Belgien legt aber nahe, dass zwar viele Eizellen eingefroren aber nur 7,6% später auch tatsächlich genutzt werden. Aber auch mit diesen Zellen liegt die Erfolgsquote bei etwa einem Drittel.

Politische Entwicklungen in Deutschland

Die Bundestagsfraktion der FDP hat beantragt, die Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung noch auszuweiten und die Förderung einheitlich zu gestalten, was jedoch von manchen Ethikern abgelehnt wird. 2004 wurden die Kassenleistungen für künstliche Befruchtung um die Hälfte reduziert. 50% der Kosten für maximal drei Versuche werden seither noch übernommen und das auch nur bei Frauen zwischen 25 und 40. Das bedeutet für jede Familie etwa 6000 Euro Eigenfinanzierung. Nach dieser Kürzung ging die Zahl der Behandlungen auf etwa die Hälfte zurück. Seit der letzten Legislaturperiode sind nur noch 25% Zuschuss möglich, abhängig vom Bundesland. In den westlichen Bundesländern ist die Förderung kaum vorgesehen. Daher schlägt die FDP eine Vereinheitlichung vor. Verschiedene Vertreter von medizinischen Verbänden stehen einzelnen Punkten des Vorschlages kritisch gegenüber. Gegner der Förderung führen an, dass es in Deutschland kein Recht auf Kinder gebe. Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die Förderung der künstlichen Befruchtung bei Solo-Müttern. (kt)

2018-07-19T16:06:23+00:0013. Juli 2018|Gesetzlich, Gesundheit, International, Recht, Versicherung|