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35. Tag der Organspende – Spenderorgan oft einzige Überlebenschance

Zum 35. mal jährt sich in diesem Jahr der Tag, der bundesweit Aufmerksamkeit schaffen soll für das Thema Organspende. Bereits seit über 50 Jahren erfolgt die Transplantation von Organen in Deutschland, mittlerweile kann sie bundesweit an knapp 50 Standorten in Transplantations­zent­ren durchgeführt werden. Aber: obwohl die Spendenbereitschaft durchaus vorhanden ist, geht die Zahl der registrierten Organspender weiterhin zurück. Das wird immer stärker zum Problem für diejenigen, welche dringend auf ein Spenderorgan warten.

Tag der Organspende — Motto: „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“

Der Tag der Organspende findet in diesem Jahr am 3. Juni in Erfurt statt. Dieser sich jährlich am ersten Samstag im Juni wiederholende Aktionstag soll darauf aufmerksam machen, dass die Bereitschaft zur Organspende immer weiter zurückgeht. Die Veranstalter sind Patientenverbände, wie der Bundes­verband der Organtransplantierten e.V., der Bundesverband Niere e.V. und die Lebertransplantierte Deutschland e.V., die gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Transplantationsgesellschaft und der Deutschen Stiftung Organtransplantation informieren und aufklären wollen, um so mehr Menschen zu bewegen, einen Organspendeausweis ausgefüllt bei sich zu tragen (Weitere Infos im PDF). Werden Angehörige bei dem Tod eines Angehörigen mit einer Entnahme von Organen zur Spende konfrontiert, sind sie aufgrund der emotionalen Situation damit meist überfordert.

Spendenbereitschaft rückläufig: bis zu 3 Menschen am Tag sterben

In letzten Jahr wurden 857 Menschen nach ihrem Tod Organe entnommen, während es im Jahr 2011 noch 1200 Personen waren. Durch die Bereitschaft zur Organspende kann im Schnitt etwa drei Patienten die Chance auf ein neues Leben gewährt werden. Das am häufigsten benötigte Organ sind Nieren, fast 7900 Menschen standen 2016 auf der Warteliste. Am zweithäufigsten wird die Leber transplantiert – knapp 1160 Menschen erhielten bis Ende 2016 eine neue. Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm folgen zahlenmäßig mit einigem Abstand. Insgesamt mehr als 10.000 Patienten warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Täglich sterben hingegen drei Menschen, weil kein passendes Organ zur Verfügung steht.

Bevölkerung gegenüber Organspende aufgeschlossen

Eigentlich ist ein Großteil der Bevölkerung dem Thema Organspende gegenüber jedoch aufgeschlossen, doch nur rund ein Drittel hat einen Organspendeausweis. Die Angehörigen sind im Fall der Fälle mit der Entscheidung zur Entnahme von Organen häufig überfordert. Diese werden erst entnommen, wenn der Hirntod eingetreten ist, was von zwei Ärzten bestätigt werden muss. Der Verstorbene muss zuvor seine Einwilligung erteilt haben oder die Angehörigen entscheiden in seinem Sinne. Dabei hängt die Eignung als Spender nicht so sehr vom Alter des Patienten ab, sondern vom Zustand seiner Organe. Durch den Mangel an geeigneten Spendern kommt es häufig zu Lebendspenden, zum Beispiel einer Niere oder eines Teils der Leber.

Gesetzliche Regelungen könnten eine Lösung sein

Während in Deutschland die Zustimmungslösung gilt, die besagt, dass jemand einer Organspende ausdrücklich zugestimmt haben muss, gilt in anderen Ländern in Europa wie Österreich oder Spanien die Widerspruchslösung. Das bedeutet, eine Spende gilt als normal und wird bei einer Eignung in jedem Fall durchgeführt, es sei denn, der Patient hat dem ausdrücklich widersprochen. Eine Änderung der gesetzlichen Lage könnte auch in Deutschland zu einer Verringerung der Probleme führen.

2017-10-17T15:25:18+00:00 1. Juni 2017|Gesundheit, Lokal|