Das Gesundheitswesen wird zu Beginn des Jahres wieder einigen Neuerungen unter­worfen. So erweitern die Krankenkassen ihr Leistungsangebot und Betriebs­rentner können sich über eine finanzielle Entlastung freuen. Darüber hinaus wird eine all­gemeine Masern-Impf­pflicht einge­führt.

Mehr Service durch ärztlichen Bereitschaftsdienst

Der ärztliche Bereitschaftsdienst, der unter der Nummer 116 117 erreichbar ist, bietet Kran­ken­­versicherten im neuen Jahr zusätzliche Leistungen an. So können unter der Rufnum­mer neuerdings auch die Termin­service­stellen der Kassen­ärztlichen Ver­ei­ni­gung kontak­tiert werden. Versicherte haben so die Mög­lich­keit, sich Termine bei Psychothera­peuten oder anderen Ärzten vermitteln zu lassen.

Auch die Gesetzliche Krankenversicherung baut in 2020 ihren Leistungsumfang aus: So haben alle Frauen ab dem 20. Lebens­jahr einen Anspruch auf eine Unter­suchung zur Früher­kennung von Gebär­mutter­hals­krebs. Auch die Fest­zuschüsse auf Zahnersatz steigen 2020 von 50 auf 60 Prozent an.

Eine Entlastung für Betriebsrentner

Betriebsrentner erfahren mit dem 01. Januar 2020 eine finanzielle Entlastung. Für ihre Ren­ten kommt es zur Einführung eines Frei­betrags von 159,25 Euro. Erst dann, wenn die Renten diese Summe über­steigen, müssen sie Beiträge für die Kranken­kassen entrichten. Allerdings kann es bis zur Umsetzung dieser Regel­ung noch ein wenig dauern. Grund dafür sind aufwendige Soft­ware­anpassungen in Bezug auf die Berechnungsmodi. Die Berück­sich­tigung des Freibetrags bei der Renten­aus­zahlung erfolgt bei den Betriebs­­rentnern vor­aussichtlich ab Mitte 2020. Alle Beiträge, die ab 01. Januar des neuen Jahres zu viel gezahlt wurden, werden zurückerstattet.

Auch Kinder von Pflegebedürftigen dürfen ab Januar 2020 mit einer finan­ziellen Entlastung rechnen. Denn sie werden erst dann für die Pflegekosten der Eltern in die Pflicht genom­men, wenn ihr jährliches Einkommen mehr als 100.000 Euro beträgt.

Eine umfassende Masern-Impfpflicht wird eingeführt

Damit eine Ausbreitung der Masern ver­hindert wird, müssen sich alle Personen, die dies bisher versäumt haben, ab März 2020 gegen die ansteck­ende Kinder­krankheit impfen lassen. Die Regelung hat zum Ziel, vor allem Kinder vor diesem Leiden zu schützen. Noch bevor der Nach­wuchs in die Schule oder die Kita eintreten, müssen Eltern nachweisen, dass eine Impfung gegen Masern erfolgt ist. Jene Impfpflicht gilt übrigens auch für Arbeit­nehmer, die in Gemein­schafts­einrichtungen oder medizi­nischen Institu­tionen arbeiten.

Auch der Impfschutz gegen die Grippe erfährt mit 2020 einen Ausbau. Im Zuge von Modell­projekten kann der Impfschutz im Frühjahr des neuen Jahres gleicher­maßen in Apotheken er­folgen. Die Vereinfachung des Verfahrens soll eine größere Zahl an Men­schen dazu be­wegen, sich gegen die Influenza zu schützen.