Integrierte Versorgung 2017-05-18T10:30:48+00:00

Die Integrierte Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung

Die integrierte Versorgung bei gesetzlichen Krankenkassen ist ein neues Modell, von dem vor allem chronisch Kranke profitieren und eine bessere, umfassendere Versorgung mit Kooperation im stationären und ambulanten Bereich in Anspruch nehmen können. Der Ursprung und die Definition dieser Kassenleistung führt in die 70er Jahre zurück und wurde am Managed Care Projekt der USA orientiert. Heute ist das Versicherungsmodell gesetzlich festgeschrieben und in seinen Einzelheiten im § 140a-d SGB V aufgeführt.

Die verschiedenen Vergütungsmodelle für die Integrierte Versorgung

Sinn und Zweck dieser Kooperation sind eine bessere Qualitätsüberwachung, mehr Transparenz und die Vergünstigung der Konditionen für den Patienten. Krankenkassen bieten unterschiedliche Arten der Vergütung und können mit den am Programm teilnehmenden stationären und ambulanten Einrichtungen in Verschiedenes abrechnen:

  • in Einzelleistungsvergütung
  • in Kopfpauschalen
  • in Fallpauschalen
  • oder Komplexpauschalen

Um als behandelnder Arzt eine Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen zu vereinbaren, wird vorab ein Versorgungsvertrag zwischen der Einrichtung und den Krankenkassen abgeschlossen. Für Patienten bedeutet das, dass die freie Arztwahl eingeschränkt ist und für die Behandlung ein Mediziner mit Versorgungsvertrag gewählt werden muss. Die Vertragsbedingungen der einzelnen Krankenkassen variieren, und nur bei wenigen Versicherungen kann der Patient einen Wahltarif mit besonderer Mindestlaufzeit abschließen.

Die richtige Entscheidung für Vertragsangebote

Soll die integrierte Versorgung gewählt werden, sind folgende Beispiele wichtige Fragen vor einer Unterzeichnung für dieses Programm:

  • Wie gestaltet sich die Verbesserung der Leistungen und im Service?
  • Welche Vertragslaufzeit ist bindend?
  • Welche Ärzte aus der Region nehmen am Programm teil?
  • Wie sieht es mit dem Widerruf aus, muss bei Ausstieg eine bereits erhaltene Prämie zurückgezahlt werden?

Generell sind chronisch kranke Patienten durch die integrierte Versorgung umfassender und besser abgesichert. Wer an Diabetes leidet, eine chronische Bandscheiben- oder Herzerkrankung hat, depressiv ist oder einen längeren Krankenhausaufenthalt mit anschließender stationärer Nachsorge in Anspruch nimmt, kann durch die integrierte Versorgung mehr Vorteile und eine bessere Versorgung durch die Krankenkassen erwarten. Allerdings lohnt sich der zusätzliche Vertrag nur dann, wenn in der Region des Patienten ausreichend teilnehmende Ärzte als Vertragspartner der Krankenkassen zur Verfügung stehen. Anderenfalls zahlt der Patient eine höhere Prämie, findet im Bedarfsfall aber keinen vertraglich verpartnerten Mediziner an seinem Wohnort.

Kürzere Wartezeiten, eine umgehende Terminvereinbarung und individuelle Sonderleistungen sind Beispiele, die für den chronisch kranken Patienten von Vorteil und ein Bestandteil der Integrierung sind. Der größte Vorteil ist allerdings, dass Mehrfachuntersuchungen vermieden werden und die stationären, sowie ambulanten Ärzte miteinander kommunizieren und Informationen von der Krankenversicherung erhalten. Dies senkt die Kosten für den Versicherer und den Aufwand für Patienten.