Hilfsmittel 2017-05-19T19:03:31+00:00

Hilfsmittelverzeichnis: Das bezahlt die Krankenkasse für Hilfsmittel

Alle gesetzlichen Krankenkassen sind rechtlich dazu verpflichtet, Heil- und Hilfsmittel aus dem Hilfsmittelverzeichnis zu bezahlen. Für den Patienten entstehen meistens nur geringe Kosten in Höhe der gesetzlichen Zuzahlung, wenn Hilfsmittel nach bundesweiten Richtlinien angeschafft werden.

Welche Hilfsmittel werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt?

Es erfolgt eine Kostenübernahme, wenn das unterstützende Mittel den Therapie- und Behandlungsprozess positiv unterstützt. Des Weiteren werden Hilfsmittel auch eingesetzt, um eine drohende Behinderung zu verhindern oder eine bestehende Behinderung auszugleichen. Zur einheitlichen Orientierung wurde vom GKV SV (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) ein Hilfsmittelverzeichnis auf Grundlage gesetzlicher Vorgaben der Pflegeversicherung erstellt. In diesem werden nach Gruppen sortiert alle auf dem Markt verfügbaren Hilfsmittel gelistet. Die Aufnahme in den Katalog erfolgt über Antragstellung seitens des Herstellers. Für alle gesetzlichen Krankenkassen ist der Hilfsmittelkatalog eine wichtige Arbeitsgrundlage. Interessierte können diesen unter https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/hmvAnzeigen_input.action einsehen. Werden Leistungen oder auch weitere Heil- und Hilfsmittel, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind, in Anspruch genommen, so trägt der Patient in jedem Fall die Mehrkosten.

Checkliste: Gesetzlicher Anspruch auf Hilfsmittel

Alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen haben einen einheitlichen Anspruch auf folgende Pflegehilfsmittel, wenn oben definierte Ziele von Heil- und Hilfsmitteln erfüllt werden:

  • Hörhilfen
  • Sehhilfen
  • orthopädische Hilfsmittel
  • Körperersatzstücke
  • weitere siehe Hilfsmittelverzeichnis

Wer kann hilfreich unterstützen?

Wenn es sich um Artikel handelt, die im Hilfsmittelkatalog gelistet sind, dann kann das kooperierende Sanitätshaus beratend zur Seite stehen.

Bundesverbände mit verschiedenen Standorten stehen ebenso unterstützend und beratend zur Seite. Über die Homepage des Bundesverbandes gelangen interessierte direkt zu regionalen Anlaufstellen:

Schritt für Schritt zur Kostenübernahme

Für einen reibungslosen Ablauf hat sich folgende Vorgehensweise bewährt. Auf diese Weise muss der Patient nicht in Vorkasse gehen und riskiert keine Mehrkosten.

  • WELCHES HILFSMITTEL?

    Heil- und Hilfsmittel werden meist auf Empfehlung vom Arzt, Orthopäden oder Therapeuten hinzugezogen. Auf dem verordneten Rezept sollte die jeweilige Diagnose für das benötigte Hilfsmittel notiert sein, das erleichtert die Entscheidung für oder gegen eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse.

  • WO KAUFEN?

    Kontaktaufnahme zur eigenen Krankenkasse, welches Sanitätshaus hat einen Kooperationsvertrag mit der Krankenkasse?

  • GIBT ES ALTERNATIVEN?

    Direkt im Sanitätshaus um die Ecke fragen, ob eine Kooperation mit der eigenen Krankenkasse vorliegt

  • ANTRAG STELLEN

    Sollte ein benötigtes Produkt nicht gelistet sein, lohnt sich ein formloser Antrag an die Krankenversicherung bereits im Vorfeld des Kaufes, wenn der Artikel das Ziel positiv unterstützt. Sollte ein Hilfsmittelanspruch abgelehnt werden, besteht die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von 3 Monaten Widerspruch zu erheben. Regionale Vereine unterstützen beispielsweise bei der Erstellung eines rechtskräftigen Widerspruchs.