Gesundheitskarte 2017-05-18T10:30:48+00:00

Elektronische Gesundheitskarte (eGK): Neue Versichertenkarte bei den Krankenkassen

Wer seit dem 1. Januar 2015 medizinische Leistungen über seine Krankenkasse abrechnen möchte, der benötigt dazu die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK). Auf den ersten Blick gleicht diese der alten Versicherungskarte, nur dass sie ein Passbild enthält. So sollen Kartenmissbrauch oder Verwechslungen vermieden werden. Zudem soll die neue Gesundheitskarte helfen, die Qualität der medizinischen Versorgung weiter zu verbessern.

Neue Funktionen und Einsatzmöglichkeiten

Zuerst einmal werden auf der elektronischen Gesundheitskarte alle personenbezogenen Daten registriert. Das sind Name und Vorname, das Geburtsdatum, das Geschlecht und die allgemeinen Angaben zur Krankenversicherung. Zusätzlich werden aber nach und nach weitere Funktionen für die elektronische Gesundheitskarte freigeschaltet. So erfolgt beispielsweise auch ein regelmäßiger Abgleich der auf der Karte gespeicherten Daten mit denen, die der Krankenkasse vorliegen. Es ist dann nicht mehr nötig, bei einem Umzug eine neue elektronische Gesundheitskarte zu beantragen. Alle Angaben auf der Karte sind immer auf dem neusten Stand.

Zukünftig können vom Arzt wichtige Notfalldaten aus der Karte abgelesen werden. Dies sind beispielsweise:

  • Vorerkrankungen
  • Allergien
  • Medikamentenverordnungen

Diese Angaben sind von großer Bedeutung, wenn Notsituationen eintreten, bei denen der Patient selbst keine Angaben machen kann und dem Notfallarzt der Patient unbekannt ist. Dann können diese Informationen durchaus lebensrettend sein.

Gesundheitskarte im europäischen Ausland

Auf die Rückseite der neuen Gesundheitskarte ist die Europäische Versicherungskarte gedruckt. Wer als Versicherter mit ihr im europäischen Ausland unterwegs ist, hat mit der Karte den Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen. In allen EU-Staaten sowie auch in Norwegen, der Schweiz, Island und Lichtenstein wird die Europäische Versicherungskarte anerkannt.

Telematik-Struktur

Eine Telematik-Infrastruktur aufzubauen ist Sache der Gesetzlichen Krankenversicherung. Das Gesundheitsnetz soll modern und sicher werden. Aus diesem Grund wurde von den Organisatoren der Selbstverwaltung die Gesellschaft für Telematikanwendungen in der Gesundheitskarte (Gematik) gegründet. Ziel der Gematik ist es, das Interesse des Patienten, das informelle Selbstbestimmungsrecht des Versicherten und den Datenschutz bei der elektronischen Gesundheitskarte zu wahren.

Kritik am Datenschutz der eGK

Sehr oft wurde seit Bekanntgabe der Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte Kritik laut. Diese betraf besonders die Datensicherheit und die Problematik des „gläsernen Patienten“. Dazu muss gesagt werden, das die Patientinnen und Patienten das Recht haben, bei allen Behandlungen selbst bestimmen zu können, ob Notfall- und Behandlungsdaten gespeichert werden dürfen. Datensicherheit und das Selbstbestimmungsrecht bleiben also unangetastet.