Bonusprogramm 2017-05-18T10:30:47+00:00

Bonusprogramm und Vorsorge – Vorteil
für die Gesundheit und den Geldbeutel

Wer regelmäßig am Bonusprogramm der Krankenkasse teilnimmt, kann nicht nur etwas Gutes für seine Gesundheit tun, sondern auch sein Konto auffüllen – so haben sich das die Versicherer gedacht. Sie wollen mit Hilfe von Prämien die Mitglieder zu einer gesünderen Lebensweise animieren, denn gesunde Versicherte bedeuten für die Krankenkasse geringere Ausgaben für Arztbesuche, Medikamente und Krankenhausaufenthalte.

Für die aktive Teilnahme an Maßnahmen gibt es verschiedene Prämien in Form von Gutscheinen, Sach- und Geldleistungen. Letzteres kann je nach Krankenkasse auch auf einem Gesundheitskonto gesammelt und später in eine gewünschte Bonusleistung, z.B. professionelle Zahnreinigung, investiert werden. Je nach Bonusprogramm muss man für die Prämie mal mehr, mal weniger tun – einigen Krankenkassen reicht schon die Teilnahme an drei Vorsorgeleistungen für die volle Belohnung.

Während nur wenige Krankenkassen Sachleistungen gewähren, setzen rund 85 % der Versicherer auf die Auszahlung einer Geldprämie, was jedoch direkt an das Finanzamt übermittelt wird. Wer seine Krankenversicherungsbeiträge bei der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend macht, muss seinen erhaltenen Geldbonus angeben, auch wenn dieser als Zuschuss aus dem Gesundheitskonto gewährt wurde. Das wiederum mindert die steuerrechtlichen Aufwendungen zur Krankenversicherung.

Die Top 10 Krankenkassen mit den höchsten Prämien im Bonusprogramm

Krankenkasse maximaler Bonus
Securvita 720 €
IKK Brandenburg und Berlin 385 €
AOK Nordost 375 €
BKK Gildemeister Seidensticker 330 €
AOK Rheinland/Hamburg 305 €
AOK Plus 300 €
BKK Scheufelen 265 €
IKK gesund plus 260 €
BKK 24 260 €
Techniker Krankenkasse 250 €
0
Securvita
0
IKK Brandenburg und Berlin
0
AOK Nordost
0
BKK Gildemeister Seidensticker
0
AOK Rheinland/Hamburg
0
AOK Plus

Im Schnitt zahlen die gesetzlichen Krankenkassen jährlich 141 € für Vorsorge- und Gesundheitsleistungen von Erwachsenen und knapp 96 € für Kinder als Geldprämie aus. Die Prämie wird jedes Jahr auf das Konto des Versicherten ausgezahlt und variiert, je nach Versicherer, zwischen 30 € und 600 €. Die höchste Bonusleistung bietet zur Zeit die Securvita mit einer maximalen Barprämie von 600 € bzw. einem Bonus auf dem Gesundheitskonto von bis zu 720 €.

Welche Maßnahmen werden belohnt?

Die Programme sind je nach Krankenkasse unterschiedlich. Fast alle bieten Maßnahmen aus den Bereichen Vorsorge und Sport. Vorsorgepunkte erhalten Sie u.a. für Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, Impfungen, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und Gesundheitskurse. Auch die aktive Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein und gesunde Ernährung werden belohnt.

Teilweise können die mitversicherten Familienmitglieder zusätzliche Bonuspunkte sammeln und die Gesamtprämie erhöhen. Die Bestätigung der Maßnahmen erfolgt durch den jeweiligen Arzt oder andere Leistungserbringer im Bonusheft der jeweiligen Krankenkasse. Auch wer bisher eher wenig für seine Gesundheit getan hat – es ist nie zu spät, damit anzufangen, und für die Kinder ein gutes Vorbild zu sein.

Der Einstieg ins Bonusprogramm ist jederzeit möglich und unabhängig vom Alter oder Gesundheitszustand. Viele Krankenkassen bieten speziell für Kinder sogar ein eigenes Bonusprogramm an. Dabei können schon die Kleinen lernen, sich gesund zu ernähren oder beim Sport ihre körperliche Fitness zu stärken; regelmäßige Kontrollen beim Arzt bzw. Zahnarzt werden ebenfalls belohnt.

Das Bonusheft kann meist auf den Internetseiten der Krankenkassen runtergeladen oder beim Kundenservice angefordert werden. Es wird jährlich bei der Krankenkasse eingereicht, anschließend erhält man die gewünschte Prämie.

beliebte Bonusmaßnahmen

  • Kinder-und Jugenduntersuchungen (U1-U11, J1, J2)
  • Krebsvorsorge für Frauen und Männer
  • Gesundheits-Check-Up ab 35 Jahre
  • Zahnvorsorge
  • professionelle Zahnreinigung
  • Impfungen
  • Teilnahme an Gesundheits- und Ernährungskursen
  • aktive Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein
  • Stressbewältigung und Entspannung
  • Rauchentwöhnung und Reduzierung des Alkoholkonsums

Achtung bei einem Krankenkassenwechsel!

Wer seine gesammelten Bonuspunkte und Prämien nicht verlieren möchte, sollte die Kündigung erst einreichen, wenn die gewünschte Prämie ausgeschüttet wurde. Denn wer vorher kündigt und zum Zeitpunkt der Einlösung (in der Regel zum 31.03.) nicht mehr Mitglied ist, verliert den Anspruch auf eine Geld- oder Sachprämie aus dem Bonusprogramm.

Besondere Bonusprogramme und Prämien

Bei einer kleinen Anzahl an Krankenkassen gibt es die Möglichkeit nicht nur etwas Gutes für sich selbst zu tun, sondern auch an benachteiligte Menschen zu denken. Man kann als Mitglied im Bonusprogramm der Barmer GEK, Siemens Betriebskrankenkasse oder Securvita BKK seine gesammelten Punkte für einen guten Zweck an Hilfebedürftige spenden oder bei der KKH zwischen einer Geldprämie und einem Los der “Aktion Mensch” wählen. Eine Besonderheit bietet die IKK Nord, sie bezuschusst ihren Mitgliedern bis zu 50 € pro Jahr für ärztlich verordnete Verhütungsmittel. Die BKK Pfalz denkt heute schon an die Pflege im Alter und möchte ihre Mitglieder für eine rechtzeitige Vorsorge belohnen. Sie bietet nicht das gewohnte Bonusprogramm, sondern prämiert u.a. eine abgeschlossene Pflegezusatzversicherung, Sterbegeldversicherung, sowie Aufwendungen für eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – ein guter Ansatz, um die Versorgungslücke in der Pflege zu schließen.

Das richtige Bonusprogramm finden

Nicht jedes Programm ist auf Familien mit Kindern zugeschnitten und nicht alle Krankenkassen bieten Geld- und Sachprämien zur Auswahl an. Um das passende Bonusprogramm zu finden, lohnt es sich, einen Blick in verschiedene Testberichte zu werfen und zu vergleichen.

Durch die unterschiedlichen Bewertungskriterien lassen sich die Berichte nur schwer gegenüberstellen, jedoch können sie einen ersten Eindruck verschaffen. Testsieger in der Kategorie Bonusprogramm laut Focus Money 06/2016 wurde die DAK Gesundheit mit einem hervorragenden Ergebnis. Auf Rang zwei und drei folgen die Schwenninger Krankenkasse und IKK Brandenburg Berlin. Bewertet wurde die Vielfalt der Angebote, maximale Höhe der Prämie und die dafür zu leistenden Maßnahmen. Anhand einer Online-Befragung der Versicherten ermittelte die ServiceValue GmbH im ersten Quartal 2016 die Audi BKK als Erstplatzierte in der Teilkategorie Bonusprogramm und setzte die Siemens BKK auf Rang zwei.

Bonus für betriebliche Gesundheitsförderung

Viele Arbeitgeber sind nicht gerade erfreut, wenn Mitarbeiter krank sind und für einige Tage ausfallen. Häufig werden Krankheiten durch Stress, Rückenprobleme, ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel ausgelöst. Um den Krankenstand zu verringern, ist im Januar 2004 das Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz (GMG) in Kraft getretenen. Der Gesetzgeber gibt den Versicherern die Möglichkeit, für die aktive Teilnahme an der betrieblichen Gesundheitsförderung einen Bonus auszuschütten, jedoch liegt die Ausgestaltung bei den einzelnen Krankenkassen.

Die AOK Niedersachsen gewährt Betrieben für die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter einen Bonus von mindestens 1.000 Euro bis höchstens 20.000 Euro. Zusätzlich erhält jeder Mitarbeiter, der bei der AOK versichert ist, einen Bonus in Höhe von 100 Euro. Versicherte der IKK Nord bekommen einen Bonus in Höhe von 100 € , wenn sie am Programm teilnehmen, der Arbeitgeber erhält pro IKK-versicherten Arbeitnehmer ebenfalls einen Betrag von 100 Euro. Außerdem wird der Arbeitgeber umfassend unterstützt bei der Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen. Schon kleine Änderungen im Alltag können Großes bewirken: anstelle mit dem Auto kann man beispielsweise mit dem Rad zur Arbeit fahren oder Treppen steigen statt den Aufzug zu nehmen. Ganz wichtig ist auch die ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes – so lassen sich häufig Verspannungen, Rückenprobleme durch Haltungsschäden und Kopfschmerzen vorbeugen.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen:

  • Prävention psychischer Erkrankungen
  • Stressreduktion
  • Bewegungs­förderung
  • Gewichts­reduktion
  • Suchtprävention bei Drogen, Alkohol, Nikotin
  • ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
  • Arbeitssicherheit
  • gesunde Ernährung im Job
  • Mentaltraining für ein fittes Gehirn