Beamte 2017-05-18T10:30:47+00:00

Krankenkasse für Beamte: Lohnt die gesetzliche Krankenversicherung?

Die Frage, ob die gesetzliche Krankenversicherung für Beamte sinnvoll ist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Im Regelfall ist es allerdings so, dass sich beim Wechsel in ein Beamtenverhältnis der Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse nicht lohnt. Allerdings gibt es von dieser auch Ausnahmen, die im Einzelfall zu einer erheblichen Ersparnis führen können.

Der Regelfall: Die private Krankenversicherung für Beamte

Unter normalen Umständen ist man als Beamter in Deutschland finanziell besser gestellt, wenn man eine private Krankenversicherung für Beamte abschließt. Der Grund dafür liegt in der Beihilfe bzw. dem Beihilfezuschuss, welchen der jeweilige Dienstherr für seine Beamten zu zahlen verpflichtet ist. Dies bedeutet, dass zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten vom Beamten zunächst vorgestreckt und dann durch den Dienstherrn wieder ausgeglichen werden.

Hierunter fallen:

  • Besuche in Arztpraxen
  • Behandlungen
  • Krankenhausaufenthalte
  • Medikamente

Die restlichen Anteile der jeweiligen Rechnungen verbleiben dagegen beim Beamten selber. Diese Quote lässt sich durch eine private Krankenversicherung abdecken, welche jeweils nur den Teil der angefallenen Kosten übernimmt, die durch die Beihilfe nicht abgedeckt wurden. Die Beiträge sind dabei gegenüber einer privaten Vollversicherung deutlich niedriger. Ein solches Modell ist innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen nicht möglich. Bei diesen kann man entweder ganz oder gar nicht versichert sein.

Folgen für Beamte beim Verbleib in einer Krankenkasse

Für einen Beamten, der sich für den Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse entscheidet, bedeutet dies, dass er keine Beihilfe des Dienstherrn erhält. Außerdem ergeben sich Unterschiede zu einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis insoweit, als das für Beamte keine anteiligen Beiträge zur Krankenversicherung durch den Arbeitgeber gezahlt werden. Als Beamter wird man daher in der gesetzlichen Krankenkassen so gestellt, als würde man selbständig tätig sein. Dies führt zu einem wesentlich teureren, direkt vom Versicherten zu leistenden Beitrag. Dieser ist höher als der im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses.

Noch weniger lukrativ ist der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung für Vollzugsbeamte. Polizeivollzugsbeamte im aktiven Dienst, sowohl der Bundespolizei wie im Normalfall auch der Länder, sind im Rahmen der Heilfürsorge vollständig über den Staat versichert. Bundespolizisten können sich auch für die Beihilfe vom Dienstherrn entscheiden, allerdings ist diese Wahl nicht rückgängig zu machen. Für Justizvollzugsbeamte, und in manchen Bundesländern ebenfalls Beamte der Berufsfeuerwehren oder Landesfeuerwehrschulen, gilt gleichfalls die medizinische Versorgung über die freie Heilfürsorge ihres Dienstherrn, also des Staates. Hintergrund hierfür ist, dass diese Berufsgruppen aufgrund ihres erhöhten Berufsrisikos zu hohe Beiträge im Rahmen der privaten Krankenversicherung würden tragen müssen.

Für Bereitschaftspolizisten und Soldaten besteht eine Sonderregelung: Polizisten der Bereitschaftspolizei sind teils verpflichtet, den Polizeiärztlichen Dienst in Anspruch zu nehmen, während Bundeswehr-Soldaten im Bedarfsfall den Truppenarzt aufsuchen müssen. Für sie ist die UTV bindend, die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung.

Die Ausnahmen von der Regel

Meist sind für Verbeamtungen Altersgrenzen vorgesehen. Für bestimmte Posten, etwa für Wahlbeamte, ist dies allerdings nur in Grenzen der Fall. Sofern man spät im Berufsleben ins Beamtenverhältnis wechselt, können die Beiträge zur privaten Krankenversicherung so hoch ausfallen, dass sich ein Wechsel nicht lohnt. Gleiches gilt für Beamtenanwärter, bei denen eine chronische, mit hohen Heilungskosten verbundene, Vorerkrankung gegeben ist.